Unterrichtseinheit „alternative Antriebe“

von Andreas Bühler

Sonntag, 8. Dezember 2019

Die Waldenbucher Feuerwehr führte im November 2019 zwei Zugdienste mit der Thematik „alternative Antriebe für Kraftfahrzeuge“ durch. Denn erste Einsätze mit verunfallten Elektro- bzw. Hybrid-Fahrzeugen hatten die Erkenntnis befördert, dass zukünftig verstärkt solche Fahrzeuge im Straßenverkehr betrieben und somit auch in Feuerwehreinsätzen auftauchen werden.
Theoretisch wurden die Elektro-, Hybrid-, Gas- und Wasserstoffantriebe durchgesprochen und ihre Besonderheiten im Allgemeinen und für die Feuerwehr im Besonderen angeschnitten. Es wird hier einiges Neue auf die Wehren zukommen, was so bisher bei den klassisch mit Benzin oder Diesel betriebenen Fahrzeugen nicht zu finden ist.
Bei der Unterrichtsgestaltung hatten wir den Vorteil, dass im Landkreis Böblingen der eine oder andere Feuerwehrangehörige in dort ansässigen Automobil-Unternehmen arbeitet. So konnten die Referenten durchaus auf eigene Erfahrungen aufbauen und den Stoff gut vermitteln. Zum Teil wurde aber auch auf Materialien der Landesfeuerwehrschulen zurückgegriffen.
Da einer der Kameraden der Feuerwehr Waldenbuch bei der Minol Messtechnik arbeitet, ein Unternehmen, dass die den Landesfeuerwehr-Verband fördert, kam der Gedanke auf diesen Kontakt zu nutzen. Bei der Minol Messtechnik sieht man, dass eMobilität ein Zweig in der Wohnungswirtschaft werden wird und deshalb hatte man dort ein eMobil in den Fahrzeug-Pool aufgenommen. Da die Minol-Abteilung, in deren Bereich die eMobilität liegt auch für die Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehr-Verband zuständig ist, „rannte“ man mit der Anfrage offene Türen ein.
So ergab sich bei einem Gesamtdienst mit der Übungsaufgabe „technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten“ die Möglichkeit, im Nachgang zur theoretischen Ausbildung ein Elektro-Fahrzeug vor dem Hintergrund der technischen Hilfeleistungen zu begutachten. Was sich sehr schnell feststellen ließ: das in der Theorie Erlernte spielgelt sich nicht immer in der Praxis wieder. Das zur Verfügung gestellte Elektro-Fahrzeug wird so schon länger gebaut und die Abschalteinrichtungen waren an anderen Stellen zu finden, als die Theorie dies vermitteln konnte. So wird die Fahrzeug-Abfrage über die Leitstellen zur Festlegung der neuralgischen Stellen für eine Personenrettung noch mehr zum Feuerwehralltag werden, um so schnell und gezielt bei Notfällen helfen zu können.
Danke an die Ausbilder für diese interessant gestalteten Unterrichtseinheiten und der Minol Messtechnik für das reale Anschauungsobjekt!

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