Bericht von der Hauptversammlung 2020

von Andreas Bühler

Freitag, 17. Januar 2020

Zunächst begrüßte Kommandant Kayser die anwesenden Feuerwehr-Kameradinnen und -Kameraden, Herrn Bürgermeister Lutz, den stellvertretenden Kreisverbandvorsitzenden Wolfgang Finkbeiner, die Vertreterinnen der Stadtverwaltung, die Vertreter des Gemeinderates, den Kommandant der Steinenbronner Feuerwehr, der DRK Ortsvereine aus Waldenbuch und Steinenbronn, den Vertretern des Vereinsring und des Netzwerks für Sicherheit.

Bericht des Kommandanten
Zunächst gab Albert Kayser einen Rückblick auf die vielen Veranstaltungen die von der Feuerwehr durchgeführt worden waren, wie den Tag der offenen Tür an dem das neue LF 20 offiziell übergeben worden war, die Maiwanderung, die Leistungsabzeichenabnahme bei „Kayserwetter“ im Juni, das Sommerferienprogramm mit Bildern von den Kindern, wo es erlaubt worden war.
Mit einem Video-Clip vom Großbrand des Kemmler-Standorts in Herrenberg leitet Kayser zur Hauptübung am Rathaus über, die am 28. September durchgeführt worden war.
Grundausbildungen für junge Feuerwehrangehörige wurden im November 2019 durchgeführt und stehen im Februar 2020 wieder an. Hier bringen sich einige Waldenbucher Feuerwehrmänner als Kreisausbilder mit ein. Weitere Höhepunkte waren der Besuch einer Waldenbucher Abordnung beim 150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Mylau und eine Besichtigung der Flughafen-Feuerwehr.
Die Übungen werden auf einen Vorschlag der Landesfeuerwehrschule nun „Training“ genannt und Kayser zeigte in der Folge alle Ausbildungen auf, die im Berichtsjahr durchlaufen wurden.
Die Einsatz- und Übungsstatistik wird mit einer neuer Software erstellt und in Summe ergaben sich 748 Einsatzstunden, 1.272 Übungsstunden und ca. 5.000 sonstige geleistete Stunden der Funktionsträger, die noch nicht über das neue Programm laufen. 69 Aktive und ein Tagausrücker gab es in der Einsatzabteilung, 15 Mitglieder weist die Jugendfeuerwehr auf und in der Altersabteilung befinden sich 13 Mitglieder.
Im Berichtsjahr gab es 3 Aus- und 4 Eintritte.
Es werden auch wieder Sirenen in Waldenbuch zum Einsatz kommen, da es mit der neuen Alarmierung immer wieder zu Unregelmäßigkeiten kommt. Doch der digitale Funk soll 2020 nun endlich flächendecken eingeführt werden. Seitens des Landratsamtes können nun Zuschussanträge gestellt werden. Der Feuerwehrbedarfsplan, der seine Befristung erreicht hat, soll möglichst fortgeschrieben werden.
Dann ging der Kommandant noch auf einige Einsätze ein, wie den am ersten Weihnachtsfeiertag, der einige Einsatzkräfte morgens in das Hallenbad zu einem Wassereinbruch alarmierte und mit dem er aufzeigte, dass die Feuerwehr eben an 7 Tagen der Woche für je 24 Stunden verfügbar ist.

Bericht des Schriftführers
In seinem Bericht ging Michael Fricke auf die 62 Einsätze, teilweise mit eindrücklichen Bildern, ein und listete eine detaillierte Darstellung der geleisteten 748 Einsatzstunden (etwas mehr nur als die Hälfte des Jahres 2018) auf und legte den Verlauf der Einsatzzahlen der letzten Jahre dar.

Bericht des Kassiers
Thomas Raff berichtet der Versammlung die Ausgaben und Einnahmen des Vorjahres und konnte von einem kleineren Zuwachs der Rücklage berichten.

Bericht der Kassenprüfer
Tobias Stauch gab vor der Wehr eine positive Rückmeldung zu der durch ihn und Claus-Dieter Schwab erfolgten Prüfung der Jugendfeuerwehr- und Einsatzabteilungskasse.

Bericht der Altersabteilung
In gewohnt kurzweiliger Form gingen Robert Klein und Walter Keck auf einige Ereignisse des abgelaufenen Jahres mit Schmunzeln ein und berichteten von der umtriebigen Altersabteilung. Viele „kleine Höhepunkt“ waren von den Alterskameraden humorvoll in den Mittelpunkt gerückt worden.

Bericht der Jugendfeuerwehr
Mirijam Meier, die Leiterin der Jugendfeuerwehr, berichtete von zwei Übernahmen abgelaufenen Jahr in die Einsatzabteilung und wies darauf hin, dass die Jugendfeuerwehr durch Neuaufnahmen nun wieder auf dem Stand von 15 Mitgliedern ist. Sie führte weiter aus, dass von 90 Jugendlichen, die seit Gründung im Jahr 2000 die Jugendfeuerwehr verlassen haben, 44 in die Einsatzabteilung übernommen werden konnten. Im Berichtsjahr hatte die Jugendfeuerwehr zusammen mit den Steinenbronner Nachwuchskräften die Leistungsspange abgelegt. Ein tolle Leistung, die nur durch viel Üben im Vorfeld zu bewerkstelligen war, so Meier. Diesem anspruchsvollen Abschluss gingen die Abnahmen der Jugendflamme in den Stufen 1, 2 und 3 voraus.
Ein mehrtägiger Ausflug wurde in Bonndorf im Schwarzwald durchgeführt und es gab einige Bilder davon zu sehen. Die Jahresabschlussübung fand bei der Firma Ritter Sport statt und hat von den Jugendlichen aufgrund der Wetterlage einiges abgefordert.
Ein besonderer Dank ging an Max Weinhardt und Markus Nagel, die im letzten Jahr nach ihrer Wahl zu stellvertretenden Kommandanten ihre Tätigkeit als Betreuer beendet hatten.

Bürgermeister
Bürgermeister Lutz zollte der Wehr zunächst den Dank der Bürgerschaft und der Verwaltung für die geleitsteten Einsätze. Hier ging es um die Bewahrung von Sachwerten und die Rettung von Menschenleben und es ist daran abzulesen, dass die Feuerwehr in „Topverfassung“ ist. Das zeigen auch die Berichte aus den drei Abteilungen.
Dann zeigte Lutz Tendenzen aus der gesellschaftlichen Entwicklung auf. Für das Tun der Rettungskräfte gibt es aus Teilen der Bevölkerung wenig Verständnis. Aber aus Sicht des Bürgermeisters funktioniert die Gesellschaft nur mit Hilfe der Werte, die hier durch die Rettungskräfte gelebt werden. Dabei wird die Gefahrenabwehr an sich immer komplexer, was auch die verschiedenen Großübungen widerspiegeln, die im letzten Jahr im Land und in Waldenbuch stattfanden. Die Zukunft wird zeigen, wohin Cyberkriminalität noch führen wird.
Ein Übungszentrum für die Feuerwehren im Landkreis anzusiedeln macht für Lutz Sinn und das die Übungen nun „Trainingseinheiten“ genannt werden, führt seiner Meinung sicher dazu, dass auch Trainingsanzüge gebraucht werden, so resümierte Lutz mit einem Schmunzeln. Wer nicht trainiert, so sein Credo, kann auch nicht im Ernstfall teilnehmen.
Dann ging der Bürgermeister in einem Wortspiel darauf ein, was in „Training“ alles zu finden ist: Teamgeist, Rettungsarten, Ausbildung der individuellen Klasse, Nachsorge beherrschen, Risiken kennen, Taktik beherrschen und vieles andere mehr.
Am Ende dankte Lutz für die Zusammenarbeit und wünschte der Wehr ein gutes Jahr.

Kreisfeuerwehr-Verband
Wolfgang Finkbeiner von der Feuerwehr Sindelfingen überbrachte die Grüße des Landratsamtes, des Kreisbrandmeisters und der Kreisfeuerwehr-Vorsitzenden. Das Fundament der Feuerwehr, so Finkbeiner, wird auf örtlicher Ebene gelegt und ist geprägt von einem Miteinander der Wehr, der Verwaltung und des Gemeinderates. Wenn diese Basis gelegt ist, lassen sich Großschadenslagen aus 2019 wie der Kemmler-Brand in Herrenberg, der Brand der Kompostieranlage in Leonberg oder das Brandereignis an einem Industriegebäude in Dagersheim bewältigen.
Aber auch die Unfälle auf der B 464 haben im Berichtsjahr aufgezeigt, dass außer dem Beherrschen der technischen Hilfeleistung auch die Einsatzkräfte-Nachsorge ein wichtiger Teil der Feuerwehrarbeit ist, die auch in Waldenbuch fest mit einem Mitglied dieses Nachsorge-Teams verankert ist.
Weiter führte Finkbeiner aus, wie sich die Aus-, Fortbildungs- und Übungsanlage auf Landkreisebene weiter konkretisiert und ein neues Einsatzleitfahrzeug (ELW 2) zur Beschaffung ansteht. Insgesamt 24 Maßnahmen konnten im letzten Jahr bezuschusst werden, eine erstaunlich hohe Zahl. Die Ausbildung soll mit der Landkreisanlage gestärkt werden, aber das soll und kann kein Ersatz für die örtliche Fortbildung und die Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule sein.
Dann ging er noch auf die anstehenden Termine auf Kreis- und Bundesebene ein und danke den Führungskräften sowie den Feuerwehrangehörigen und auch ihren Partnerinnen und Partnern für allen Einsatz und alle Unterstützung im abgelaufenen Jahr.

Wahl
Für den Sitz im Ausschuss wurde Christoph Adam wiedergewählt.

Beförderungen und Neuaufnahmen
Neu aufgenommen und Feuerwehranwärter:
Dario Chillo
Yousef Hartani
Timo Neff
Robin Raff
Feuerwehrfrau:
Viki Matheja
Feuerwehrmann:
Tim Robotka
Oberfeuerwehrmann:
Julian Rebmann
Manuel Tress

Ehrungen
Für 15 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Stefan Fichtner und Martin Wolf ausgezeichnet und erhielten das Feuerwehr-Ehrenzeichen Baden-Württemberg in Bronze.
Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft wurde Michael Klein ausgezeichnet, er erhielt das Feuerwehr-Ehrenzeichen Baden-Württemberg in Silber und die traditionelle Florian-Figur.
Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft erhielt Andreas Bühler das Feuerwehr-Ehrenzeichen Baden-Württemberg in Gold und Albert Kayser ließ es sich nicht nehmen, einige Stationen aus dem „Feuerwehrleben“ des Geehrten in Wort und Bild aufzuzeigen.
Ein Präsent erhielt Klaus Rein für die meisten abgeleisteten Einsätze und Claus-Dieter Schwab die „112-Feuerwehr-Schwimm-Ente“ für die meisten Hallenbadbesuche im Berichtsjahr.

Grußworte
Das Grußwort für die „Blaulicht-Organisationen“ kam von Stefan Turata, dem Kommandant der Steinenbronner Wehr. Er ging in einer humorvollen Anspielung auf das Necken zwischen den Wehren ein, konnte aber von einer hervorragenden Zusammenarbeit in vielen Bereichen berichten. Eine gute Ausbildung und das Miteinander der Wehren ist die Garantie für eine verlässliche Arbeit. Er warb an dieser Stelle auch für die TAFF-Ausbildung von Führungskräften auf Landkreisebene und wünschte der Wehr alles Gute im neuen Jahr.

Abschluss
Kommandant Kayser ging auf die Angriffe auf Rettungskräfte ein und zeigte sich besorgt über diese Entwicklung. Er warf auch die Frage auf, wie lange noch im Ehrenamt vieles der Feuerwehrarbeit noch geleistet werden kann.
Am 21.07.2020 wird man am Umzug des Kreisfeuerwehr-Tags teilnehmen und 2027 dann selbst das 150-jährige Jubiläum begehen.
Sein Dank am Abschluss ging an alle, die der Feuerwehr gut gesinnt sind.
Mit der Anmerkung „112 trägt man 24 Stunden im Herz“ schloss der Kommandant die Versammlung.

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