Rauchmelder

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1. Einleitung

Inmitten der Waldungen des Schönbuchs malerisch im Wiesentale der rasch dahinfließenden Aich gelegen, war das schon im 14. Jahrhundert als Stadt angelegte Waldenbuch lange Mittelpunkt der Württ. Forstverwaltung und Sitz des sogenannten „Waldvogts“. Auf einem Hügel steigen die Häuser des alten Stadtkerns von den Wassern zur Kirche und zu den Mauern des alten Schlosses empor.

Bei dem Holzreichtum der ganzen Gegend litten die Waldenbucher sicherlich weniger unter Brennstoffmangel als andere Gemeinden. Und wenn das Feuer im Ofen knisterte, mag mancher Hausvater an die Wahrheit des Dichterwortes gedacht haben:

„Wohltätig ist des Feuers Macht,
wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht!“

Doch der eben zitierte Schiller weiter von der „Himmelskraft“ des Feuers –
Aber innerhalb der wehrhaften Stadtmauern ging es recht eng her: Haus stand an Haus und – wie sagt uns

„....furchtbar wird die Himmelskraft,
wenn sie der Fessel sich entrafft,
einher tritt auf der eigenen Spur
die freie Tochter der Natur,
wehe wenn sie losgelassen,
wachsend ohne Widerstand
durch die vollbelebten Gassen
wälzt den ungeheuren Brand“

Darum musste das Feuerlöschwesen wohl schon immer fest organisiert sein und weiterentwickelt werden, bis es schließlich „Feuerwehren“ in unserem Sinne gab, getreu dem alten Spruch:

„Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr,
Alle für Einen, Einer für Alle!“

Der Ausbau der nötigen Einrichtungen erfolgte landeseinheitlich; bei uns in Württemberg, zu dem Waldenbuch ja gehört, im Rahmen allgemeiner „Landordnungen“. 1495 ordnete Herzog Eberhard im Bart in seiner ersten Landesordnung die Abhaltung einer besonderen Feuerschau zur Wahrnehmung der Feuerpolizei an. Die unter Herzog Ulrich erlassene zweite Landesordnung von 1515 sah eine „Feuerglocke“ als unverwechselbares Alarmzeichen vor und bestimmte: „Alsdann und so das Feuer im Flecken wer soll auch ein jeder allein mit den Geschirren und Waffen so zur Demmung und Ausleschung des Feuers dienlich und einschließlich syen und nit mit anderen Weren zulauffen.“

Geräte zur Brandbekämpfung waren zunächst die von den Bürgern selbst besorgten ledernen Feuereimer. Sie gingen bei einem Schadenfeuer in einer Eimerkette, in welcher sich jeder einzureihen hatte, von Hand zu Hand vom Wasser zur Brandstelle. „Feuerleitern“ gestatteten es, hochgelegene Brandherde zu erreichen. Mit „Feuerhaken“ riss man brennende Trümmer oder auch gefährdete Nachbarhäuser nieder, um ein Fortschreiben des Feuers zu verhindern. Den ersten wesentlichen Fortschritt über diese primitiven technischen Möglichkeiten hinaus brachten die erst im 17. Jahrhundert erfundenen „Feuerspritzen“.

Weitere Bestimmungen auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens finden sich in den Landesordnungen von 1522, 1567 und 1621. Zwar waren alle Gemeindegenossen – Männer und Frauen – gleichermaßen verpflichtet, ausgebrochene Brände zu löschen, doch hatten sie zunächst noch die nötigen „Feuerlöschordnungen“ (Gemeindestatute von Stuttgart und Ludwigsburg, 1703, 1716 und 1730; Württ. „Landesfeuerordnung“ 1751), wurden die Gemeinden dazu verpflichtet, ihre Bürger auszurüsten. Man gliederte jetzt die zum unmittelbaren Lösch- und Rettungsdienst eingeteilten Männer nach ihrer körperlichen Einsatzfähigkeit in „Rotten“. Sogenannte „Feuerreiter“ besorgten das Feuermeldewesen. Die allgemeine Feuerlöschordnung vom 20. Mai 1808 kannte schon den Einsatz der Männer in Sonderfunktionen nach Art des betriebenen Handwerks und man ging nun dazu über, die Mannschaften planmäßig zu üben. Auf diese Weise entstanden seit 1847 in Württemberg (Heilbronn) regelrechte „Feuerwehren“. Sie wurden mehr und mehr auf freiwillige Grundlage gestellt. Gleichzeitig gestattete es die Entwicklung der modernen Technik, den Bau von Wasserleitungen, den Mannschaftsstand zu verringern und die zahlenmäßig starke Pflichtfeuerwehr durch kleinere „Teams“ von Spezialisten zu ersetzen. Die Württ. Landesfeuerlöschverordnung vom 7.6.1885 (Durchführungsverordnung vom 31. März 1894) machten die Einführung von Feuerwehren als Gemeindeeinrichtungen in Form von Freiwilligen, Berufs- oder Pflichtfeuerwehren aber auch als gemischte (Freiwillige und Pflicht-) Feuerwehr im ganzen Lande zur Pflicht.

Nachdem die Nationalsozialisten versucht hatten, das sogenannte „Führerprinzip“ zu verwirklichen und die Feuerwehren zu einer Hilfspolizeitruppe zu machen (Reichsgesetz 23. Nov.1938) stellte die Gesetzgebung der alliierten Militärregierungen und der Deutschen Länder nach dem 2. Weltkrieg den ursprünglichen Zustand wieder her.

Maßgebend war zu diesem Zeitpunkt das Feuerwehrgesetz vom 6. Februar 1956 in der Neufassung vom 26. Februar 1960. Die als Freiwillige oder als Berufsfeuerwehr organisierten Feuerwehren sind unselbstständige Einrichtungen der Gemeindeverwaltungen, doch wählen ihre Mitglieder den Feuerwehrkommandanten und den Feuerwehrausschuss als Organe der Wehr. Alle männlichen Einwohner einer Gemeinde zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr sind feuerwehrpflichtig und müssen daher eventuell eine Abgabe bezahlen. Außer der Brandbekämpfung hat die Feuerwehr jetzt auch Aufgaben auf dem Gebiet des Luftschutzes und des Notdienstes bei Katastrophenfällen. Diese Abgabe wurde zwischenzeitlich abgeschafft, sie entsprach nicht dem Recht der europäischen Union. Das Feuerwehrgesetz des Landes Baden- Württembergs wurde in seiner Fassung mehrmals überarbeitet. Die letzte Fassung und Änderung wurde 1997 vorgenommen.

Herzog Karl Eugen rief 1773 eine allgemein gültige und gesetzlich verbindliche Brandschadensversicherung ins Leben. Private Möbelversicherungsanstalten entstanden in Württemberg seit 1828. Bis vor wenigen Jahren hatte man noch gesetzliche Gebäudeversicherung, auch diese gibt es so nicht mehr. Die freie Versicherungswirtschaft hat sich auf die geänderte Situation eingestellt und bietet nun den geeigneten Versicherungsschutz an.


2. Die Waldenbucher gemischte Feuerwehr

In Waldenbuch gibt es seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ein modernes Feuerlöschwesen. Die Stadt besaß seit alters her eine in Rotten eingeteilte Pflichtmannschaft. Erst 1877 trat zu ihr eine neu aufgestellte „Freiwillige Feuerwehr“. Diese hatte zunächst 47 Mitglieder, vorzüglich Steiger, welche die „nötigen Abbrüche, Aufstellung der großen Leiter, die Führung der Schläuche an den brennenden Gebäuden hinauf zum Retten von Menschen und deren Eigentum“ oblagen. Eine Generalversammlung beschloss am 15. Oktober 1877 die Statuten und wählte gleichzeitig die „Chargierten“ nämlich die Zugführer Jacob Gläser und Gottfried Laubengaier sowie ihre Stellvertreter Friedrich Kaiser und Jakob Rieth.
Den Kommandanten oder vielmehr „Hauptmann“ der Wehr, seine Stellvertreter und den Kassier ernannte für die erste Wahlperiode der Ortsvorstand. Dem damals bestimmten Heinrich Reiter folgten dann in freier Wahl Jakob Necker und Jakob Neff als Führer der Wehr. Dem ebengesagten zufolge war die neu entstandene „Freiwillige Feuerwehr“ in zwei Züge eingeteilt. Sie stand jedoch mit der nach wie vor vorhandenen Pflichtfeuerwehr vor allem insofern in Verbindung, als diese „Spritzenmannschaft“ war. Um für die erste Zeit tüchtige und fachkundige Leute an die Spritzen zu bringen, wurden gleich bei der Gründung Carl Neff und Johannes Eberwein, Kupferschmied, zu Spritzenmeistern gewählt und von der Freiwilligen zur Pflichtfeuerwehr abgeordnet.

Im Dezember 1877 wählte die Mannschaft Johannes Horrer, Straßenwart, zum „Vereinsdiener“. Er bekam eine „Gratifikation“ in Höhe von 6.-Mark, wofür er insbesondere die jeden Monat fälligen Beiträge (zuerst 20 später 10 Pfennige) der Männer zur Vereins- oder vielmehr „Unterstützungskasse“ der Freiwilligen Feuerwehr einziehen sollte. Noch im gleichen Monat trat auch die der Pflichtfeuerwehr angehörige „Schutzmannschaft“ (Fluchtungs- und Werkmannschaft) der genannten Kasse bei. Zur Leitung ihrer Geschäftsstelle stand ihnen die Generalversammlung, dem Kommandanten und dem Kassier einem Ausschuss von 5 Mitgliedern (3 Feuerwehrleute, 2 „Schutzleute“) zur Seite. Das Institut war als Krankenunterstützungskasse gedacht; Im Januar 1879 setzte der Ausschuss die wöchentliche Unterstützung eines Kranken von 3.- auf 4.- Mark herauf. Schon wenige Monate später hatten sich die Anforderungen an die Kasse derart vermehrt, dass ihr Bestehen bei einer längeren Fortdauer dieses Zustandes in Frage gestellt schien. Daher sollten jetzt nur noch solche Kranke bezahlt werden, welche vollständig arbeitsunfähig oder bettlägerig, teilweises Kranksein aber unberücksichtigt bleiben. (Oktober 1879)

1880 wollte man unter den Voraussetzungen, dass die Krankheit angemeldet und ein ärztliches Zeugnis beigebracht war, 3.- Mark pro Woche geben. Einige Beispiele aus der damaligen Praxis; „Schutzmann Gottfried Laubengaier erhielt für seine jeweilige Krankheit im Ganzen 12.- Mark, Jakob Kurtz für zwei Wochen Krankheit 6.- Mark und einen „ernstlichen Verweis“, weil er es unterlassen hatte, sich gleich bei Beginn des Krankseins anzumelden. J. Bauer empfing 15.- Mark, nachdem er etwa 10 Wochen „augenkrank“ gewesen war; die Feuerwehr bedauerte, ihm nicht mehr geben zu können.“

Doch zurück zum Feuerwehrdienst. Die Ausrüstung stütze sich vor allem auf zwei Spritzen. Man brauchte jedoch weiteres Material und Geräte, vor allem 1- 2 Buttenspritzen, Leitern und Schläuche. Die „Centralkasse zur Hebung des Feuerlöschwesens“, um einen Beitrag gebeten, benützte die Gelegenheit gleich dazu, eine Änderung der Statuten zu verlangen. Jedes Mitglied musste sich nun bei seinem Eintritt in die (freiwillige) Feuerwehr verpflichten, 3 Jahre ununterbrochen Dienst zu leisten. Nur dauernde Krankheit oder Gebrechen, Wegzug vom Ort zu einen anderen bzw. die Tatsache, dass jemand gezwungen war, seine Beschäftigung auswärts zu suchen, befreiten von diesem „Gelöbnis“. Wer zuwider handelte, wurde mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.- Mark belegt. Auch die Bürgermeister der Stadt sowie die bisher zum Fahren der Spritzen verpflichteten Fuhrleute leisteten jetzt den gesetzlichen Feuerwehrdienst (1881).

Seit 1883 bildete die Freiwillige Feuerwehr 3 Züge; als 4. Zug erscheint nun die bereits genannte „Schutzmannschaft“ der Pflichtfeuerwehr, welche außerdem noch über eine Spritzenmannschaft sowie über eine Abteilung Buttenträger und Schöpfer verfügte, die nicht als Züge organisiert waren. Demgemäss wählte man seitdem 4 Zugführer, zu denen 1884 als Unterstützung des „Hauptmanns“ – damals Jakob Necker – noch ein „Leutnant“ (B. Wagner) kam. Ein erster Höhepunkt wurde 1886 mit der Anschaffung einer „Vereinsfahne“ (Standarte) erreicht: Hauptmann Necker, Zugführer Neff und Kassier Herre begaben sich nach Stuttgart und schlossen mit dem „Fahnenfabrikanten“ A. Krauss einen Vertrag, nach welchem dieser das Verlangte bis Ende Juli 1886 zu liefern versprach. Das folgende Fest der Fahnenweihe gewährt einen ersten Rückblick auf das Geleistete und die damals unternommene Frühlingsfahrt nach Kirchentellinsfurt eröffnete eine fast unübersehbare Reihe ähnlicher Veranstaltungen bis zur Gegenwart.

Die Landesfeuerlöschordnung von 1885 führte 1887 zur förmlichen Aufstellung einer „gemischten Feuerwehr Waldenbuch“ mit freiwilliger Abteilung“ (Statuten vom 29. März 1888). Die Freiwilligen – Steiger, Retter und einige Schlauchleger – wurden in einem einzigen Zug (I.) zusammengefasst, der sich aus drei „Sektionen“ zu je 16 Mann zusammensetzte. Die pflichtmäßig eingeteilten Männer bildeten den Rest der nun durchweg in Züge gegliederter Wehr, nämlich den

II. Zug: Spritze Nr. 1
III. Zug: Spritze Nr.2
IV. Zug: Buttenträger und Schöpfer
(sie brachten das Wasser von den Brunnen zur Spritze)
V. Zug: Flüchtungs- und Wachmannschaft
(sie trugen die Einrichtungsgegenstände aus den brennenden oder gefährdeten Häusern und bewachten sie)


„Männer der ersten Stunde“ waren – außer Kommandant Jakob Necker – Leutnant B. Wagner, Kassier A. Herre sowie die Zugführer Fr. Kayser, G. Ruckh, G. Weinhardt und Carl Klein. Zu Sektionsführern bestellte man Friedrich Leonhardt, J. Herre und E. Bauer.

Auch die bisher ohne wahre Grundlage „bestandene Unterstützungskasse“ erhielt jetzt als „Unterstützungs- und Sterbekasse“ für die freiwillige Abteilung der gemischten Feuerwehr Waldenbuch feste Statuten (bereits 1884 hatte die Feuerwehr beschlossen, kein Weihnachtsfest mit Gabenverlosung abzuhalten, sondern, wenn ein Feuerwehrmann starb, seiner Frau bzw. Angehörigen 25.- Mark auszubezahlen). Jedem Mann stand es frei, dem Institut gegen Entrichtung eines einmaligen Eintrittsgeldes von 3.- Mark und monatlichen Beitrag in Höhe von 20 Pfennigen beizutreten oder nicht (1888). Bei der fortschreitenden Sozialgebung des Reiches verlor die Einrichtung der Waldenbucher Feuerwehr jedoch zunehmend ihre Bedeutung, so dass sie im Februar 1891 schließlich aufgelöst wurde. Man verteilte ihr Vermögen nach dem Verhältnis der Dienstzeit bzw. der eingezahlten Beträge an die Mitglieder. So erhielten die, welche 14 Jahre gedient hatten, für jedes Jahr 95 Pfennige, zusammen also je 13 Mark und 30 Pfennige. Seitdem gab es nur noch eine ordentliche „Vereinskasse“, in welche jeder Teilnehmer monatlich 10 Pfennige einbezahlte. Die Einlagen sollten für zu veranstaltende Festlichkeiten und zu Ausflügen verwandt werden. Auch die neuen Musikinstrumente der Feuerwehrkapelle bezahlte man damit. Erster schriftlich festgehaltener Einsatz der gemischten Feuerwehr am 3. Juni 1891 am Anwesen J. Schmidhäusers Witwe. Bei der Brandbekämpfung sind alle 5 Züge der Feuerwehr eingesetzt. Jedoch fehlen viele Männer die man, weil gerade die Heuernte stattfand, auch nicht ermitteln kann.

1890 hatte die gemischte Feuerwehr eine Gesamtstärke von 241 Mann:

Zug I: Steiger, Retter, Schlauchleger 43 Mann
Zug II: Spritze Nr. 1 66 Mann
Zug III: Spritze Nr.2 54 Mann
Zug IV: Buttenträger und Schöpfer 42 Mann
Zug V: Flüchtungs- und Wachmannschaft 36 Mann


Der Dienstbetrieb umfasste „Schulübungen“ – häufig am Kirchturm oder am Rathaus abgehalten – „Exerzier- und Marschübungen“ bzw. förmliche „Reisemärsche“ sowie „Hauptübungen“ „Musterungen“ durch den „Bezirksfeuerlöschinspektor“ fehlten nicht – was es mit der „oeconomischen Musterung“ vom 9. November 1890 auf sich hatte konnte, nicht in Erfahrung gebracht werden. Nur die Hauptübungen führten die Wehr auch auf entferntere Teile der Markung. 1892 fand eine solche im „Gaiern“ statt, 1894 eine andere mit sämtlichen Zügen auf dem Hasenhof. Später wurden noch besondere „Vorübungen“ veranstaltet und „Signallehren“ erteilt. Am 2. Juli 1893 brennt es bei Gottfried Eberwein in der Glashütte. Es werden alle Züge der Wehr eingesetzt. Am 27. September 1895 brennt es bei Georg Meisch. Zu einem Feuer bei Sattlermeister Wilhelm Burkhardt wird die Wehr am 2. Mai 1900 gerufen. Bei Jakob Kayser, Im Gaiern, brennt es am 18. April 1901. Ein Raub der Flammen werden am 5. Mai 1901 das Wohnhaus und der Schuppen von Baltas Kayser im Alten Weg. Im Hinterhaus von Gustav Stroh entsteht ein Feuer. Die Wehr ist um 00.30 Uhr mit 2 Spritzen und 5 Zügen im Einsatz.

Im April 1906 stellte die Generalversammlung erneut die Statuten der freiwilligen Abteilung der gemischten Feuerwehr fest. Demzufolge hatte es sich dieselbe zur Pflicht gemacht - bei Feuergefahr das Leben und Eigentum der Einwohner der Gemeinde und der nächsten Umgebung nach Kräften zu schützen. Dazu waren militärische Ordnung und Übungen eingeführt. Die Freiwilligen bildeten das erste Glied des ganzen Löschwesens und nahmen es als solches auf sich, bei einem Brandunglück in vorderster Reihe zu arbeiten; namentlich hatten sie für die Rettung von gefährdeten Menschenleben und bedrohtem Eigentum unter Mitwirkung der Spritzen- und Rettungsmannschaft tätig zu sein und die schnellste Löschung des Feuers sich angelegen sein (zu) lassen, auch geflüchtete Mobilien zu bewahren. Sie standen unter der Leitung des Kommandanten, welcher bei einem Brand die Befehle von Oberamtmann bzw. Stadtvorstand vollzog. Der bereits genannte Kommandant, sein Stellvertreter, die Abteilungsführer der einzelnen „Sektionen“, zwei Spritzenmeister sowie die jeweiligen Stellvertreter und ein Schriftführer bildeten das „oberste Verwaltungsorgan. Weitere Organe waren die über Rechnungsabschluss und Satzungsänderung erkennende Generalversammlung sowie die bereits bekannte Vereinskasse. Nachts um 02.00 Uhr bricht am 7. Dezember 1906 im Anwesen des Sägemühlenbesitzers Paul Waidelich, Burkhardtsmühle, ein Feuer aus. An der Brandbekämpfung beteiligen sich 3 Züge und die Spritze der Feuerwehr.

Jeder unbescholtene Mann im Alter von 18 bis 50 Jahren, der in Waldenbuch wohnte und körperlich befähigt war, konnte auf Grund einer Abstimmung der Mannschaft aufgenommen werden. Ein Ehrenmitglied musste durch wesentliche Dienste den Zweck der freiwilligen Abteilung gefördert haben. Die Mitglieder der Freiwilligen Abteilung wählten ihren Vorgesetzten selbst. Lediglich bei der Wahl des Kommandanten und seines Stellvertreters wirkten die Führer der übrigen Abteilungen der gemischten Feuerwehr mit. Es gab Pflichten der Vorgesetzten und solche der Mannschaft. Jene sollten den Untergebenen mit Wohlwollen und Achtung begegnen, Verfehlungen und Versäumnisse in würdiger Weise rügen und die Dienstbefehle... möglichst kurz... geben. Die Mannschaften wurden dazu angehalten, den Vorgesetzten willig Gehorsam zu leisten und ihnen auch die gebührenden äußeren Ehrenbezeugungen angedeihen zu lassen, ferner durch gegenseitiges freundliches Benehmen, durch stete Bereitwilligkeit zu wechselseitiger Hilfeleistung, durch militärische Haltung, überhaupt durch Wort und Tat den Korpsgeist zu erhalten. Die Statuten kannten auch Strafen bei Verfehlungen, sie bestanden in Verweisen des Kommandanten, Entziehung des Dienstgrades bzw. Ausschluss aus der Abteilung. All diese Bestimmungen galten nur für die Freiwillige Abteilung der gemischten Feuerwehr. Die Pflichtmannschaften standen im Hintergrund und verloren fortwährend an Bedeutung. Jedoch musste eben damals eine besondere Abteilung für den Weiler Glashütte aufgestellt werden. 1905 betrug diese 45 Mann. Sie stellte auch die Ablösemannschaft für die neue Spritze. Im Jahre 1909 wurde eine Hauptübung dort abgehalten.
Brand bei J. Klein und Witwe Rebmann am 24. April 1911. Mit 3 Zügen und der neuen Spritze bekämpft die Wehr einen Brand bei Karl Raisch und Georg Jehle in der Glashütte.

Das gesellschaftliche Leben gipfelte noch vor dem Krieg mit einem Ausflug nach Denkendorf im Mai 1912, wo die Feuerwehrmänner das alte Kloster besichtigten und sich vom dortigen „Oberlehrer“ belehren ließen. Anschließend verteilte Stadtschultheiß Fischer Feuerwehrdienstehrenzeichen an 3 Mitglieder und zwei Jahre später besuchte man das Feuerwehrfest in Reutlingen.
Ein Feuer muss am 13. Dezember 1913 bei Gottlieb Wiedmayer, Gasthaus zur Linde, bekämpft werden.

Der nun ausbrechende 1. Weltkrieg (1914-1918) beeinträchtigte den Dienstbetrieb der Feuerwehr insofern, als viele Männer einrückten und Soldaten wurden. So trat schon im September 1914 die Notwendigkeit ein, die Mannschaft zum Ersatz der Fehlenden neu einzuteilen. Die Abteilung Glashütte scheint schließlich gar nicht mehr bestanden zu haben. Vorübergehend wurde die Wehr ganz zu einer reinen Pflichteinrichtung. Im Juni 1918 waren insgesamt 59 Männer der Züge I – V eingerückt, von den restlichen 127 wurden damals eine ganze Reihe als krank (13) bzw. gerade ortsabwesend geführt (6 Mann) geführt.

Die 1919 wieder erstandene Wehr hatte in 6 Zügen eine Gesamtstärke von 180 Mann (1920: Jahrgänge 1876-1902).
In der Scheuer des Malermeisters Paul Weinhardt bricht am 19. Dezember ein Feuer aus. Es werden 5 Züge, jedoch ohne die Abt. Glashütte, eingesetzt. Die fehlenden Männer waren mit Holzfällarbeiten beschäftigt.
Bald gab es eine Menge Neues zu lernen. Während die im Herbst 1920 angesetzte Hauptübung infolge der gerade herrschenden Maul- und Klauenseuche nicht hatte stattfinden können, konnte man dann bei einer anderen im Mai 1922 bereits die Wasserleitung in der Liebenau einer Druckprobe unterwerfen und bekam dann noch ein „Minimax-Schaumlöschgerät“ vorgeführt.
Morgens gegen 04.30 Uhr bricht ein Feuer bei Joh. Hamann aus. Am 7. Juli 1924 entsteht ein Grossbrand in den Anwesen der Witwen Marie Klein und Ottmüller sowie des Glasers Albert Beck. Alle Züge der Waldenbucher Wehr und der Abteilung Glashütte werden eingesetzt. Die Steinenbronner Wehr wird ebenfalls zur Verstärkung alarmiert.
Die Technik entwickelte sich überhaupt unaufhaltsam weiter und so lernten die Männer 1925 im Rahmen einer Übung mit sämtlichen Zügen beim Anwesen Joh. Ruckh am Neuen Weg auch noch die neue „Bezirksautospritze“ kennen.
Am 18. Dezember 1926 bricht ein Zimmerbrand bei Paul Waidelich aus. Der Kamin brennt im Hirschhof bei den Familien Bauer, Rückle, Eckardt und Binder. Ein Blitzschlag führt zu einem Brand auf dem Hasenhof und das Gewitter sorgt für Hochwasser im Stadtkern.

3. Eine rein Freiwillige Feuerwehr entsteht

Eine entscheidende technische Neuerung veranlasste 1928/29 eine völlige Neuorganisation der Waldenbucher Feuerwehr. Der Bau einer modernen Hochdruckwasserversorgung ermöglichte es jetzt, für die Löschgeräte das benötigte Wasser direkt den Hydranten der Wasserleitung zu entnehmen. Man musste nicht mehr auf die vielen Brunnen zurückgreifen und brauchte die langen Eimerketten, die Buttenträger und Schöpfer nicht mehr, welche das kostbare Nass auf oft langem Wege erst von dort zu den Spritzen bringen mussten. Die Mannschaftsstärke konnte daher gesenkt und somit eine rein freiwillige Feuerwehr gegründet werden. Die Feldscheuer der Witwe Friedericke Ruckh wird am 14. August 1928 ein Raub der Flammen.

Bereits im April 1928 wurde die Pflichtmannschaft der seitherigen Wehr in Hinsicht auf den Bau der Wasserleitung unter der Bedingung, dass kein Brand zu bekämpfen sei, vorläufig entlassen. Eine letzte Hauptübung der „gemischten Feuerwehr“ fand am 8. Juli 1928 aus Anlass des 50 jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr statt, wobei auch die Autospritze des Bezirks Stuttgart-Amt mitwirkte. Dann trat die reine „Freiwillige Feuerwehr“ in Aktion; sie erhielt Hydrantenwagen, zunächst hatte sie nur noch 4 Züge und man glaubte, mit 60 Mann auszukommen. Wasserleitungsproben und Übungen an den Hydranten wechselten miteinander ab und unterwiesen die Kameraden in den reinen technischen „Wunderwerken“. Dann stellte es sich doch heraus, dass für die Außenbezirke, den Hasenhof und die Glashütte 2 weitere Züge notwendig waren. Somit stieg die Gesamtstärke wieder auf ca. 85-90 Mann. An die Stelle des langjährigen Kommandanten Wilhelm Neff trat Karl Gechter. Eine Satzung, welche am 1. November 1929 erlassen wurde, verarbeitete die Neuerungen und hielt sie fest. Nach ihren Bestimmungen übte die Freiwillige Feuerwehr den „Lösch- und Rettungsdienst“ in der Gemeinde aus und leistete auf ergangene Anforderungen auch den Nachbargemeinden „Brandhilfe“.

„Stramme Ordnung“ und „regelmäßige Übungen“ halfen der Feuerwehr ihre Aufgaben zu erfüllen. Jeder „körperlich tüchtige, unbescholtene Einwohner“ zwischen 20 und 37 Jahre, der sich für mindestens 3 Jahre verpflichtete, konnte in die selbstständige unter einem Kommandanten stehende Einrichtung aufgenommen werden. Diese bestand aus dem

  • Stab:

    1 Kommandant mit dem Rang eines Hauptmanns
    1 Stellvertreter desselben mit dem Titel Adjudant
    1 Feuerwehrkassier zugleich Schriftführer
    1 Geräteverwalter
    4 Hornisten
    2 Tambours
    zusammen 10 Mann

  • I. Zug: Steiger und Retter

    1 Zugführer
    1 Stellvertreter
    18 Mann
    zusammen 20 Mann

  • II. Zug: Hydrantenmannschaft zugleich Schlauchleger

    1 Zugführer
    1 Stellvertreter
    1.Gruppe zu 5 Mann
    2. Gruppe zu 5 Mann
    zusammen 12 Mann

  • III. Zug: Spritzenmannschaft

    1 Zugführer
    1 Stellvertreter
    2 Spritzenmeister
    12 Mann
    zusammen 16 Mann

  • IV. Zug: Flüchtungs-, Wach- und Sanitätsmannschaft

    1 Zugführer
    1 Stellvertreter
    6 Mann
    2 Sanitätsleute
    zusammen 10 Mann

  • Zug Glashütte:

    1 Zugführer
    1 Stellvertreter
    14 Mann
    zusammen 16 Mann

  • Zug Hasenhof:

    1 Zugführer
    1 Stellvertreter
    8 Mann
    zusammen 10 Mann

    Gesamtstärke: ca. 94 Mann

    Gegenüber früher war die Mannschaftsstärke jetzt auf die Hälfte geschrumpft. Es gab keine Wasserträger und Schöpfer mehr, auch die Spritzen hätten an Bedeutung verloren; statt zwei Zügen hat man hier nur noch einen dazu erheblich reduzierten Zug. Wie bei der neuen Hydrantenmannschaft machte sich überall der Zug zu kleinen, taktisch beweglichen Einheiten bemerkbar. Bemerkenswert ist auch die steigende Beachtung, welche man dem Außenbezirk Hasenhof schenkte.

    Kommandant und Stellvertreter wurden durch sämtliche Führer und Unterführer der Feuerwehr, die Zug- und Gruppenführer von ihren Mannschaften auf je 3 Jahre gewählt. Der Gemeinderat ernannte den Geräteverwalter, die Spritzenmeister und den Kassier auf Vorschlag des Verwaltungsrats. Diese, (Kommandant, Stellvertreter, Zugführer, Kassier und Geräteverwalter) die Hauptversammlung und die Kasse waren weitere Organe bzw. Einrichtungen der Wehr. Ein Kaminbrand macht den Einsatz der Wehr am 7. Januar 1931, bei Fritz Rückle, auf dem Hasenhof erforderlich. Das Wohnhaus Epple, Glashütte, steht am 4. April 1931 in Flammen. Die Feuerwehren Glashütte und Waldenbuch sind schnell am Einsatzort, brauchen aber mehrere Stunden um den Brand zu bekämpfen.
    Die Freiwillige Feuerwehr zeigte bald ihr Können nicht nur bei Einsätzen im Ernstfall, sondern auch in Übungen, die immer größeren Objekten galten. Die überörtliche Zusammenarbeit intensivierte sich. So fand am 28. September 1930 eine Hauptübung am Schlossgebäude statt, welcher bereits am 28. August 1931 eine weitere mit sämtlichen Geräten an Schloss und Kirche folgte. Sehr eindrucksvoll war es, wie hierbei mit dem Wasserstrahl der Handdruckpumpe noch die höchste Spitze des Kirchturms erreicht werden konnte. Zwei Tage später nahm das Rote Kreuz Vaihingen an einer Schauübung teil, welcher die Annahme eines Brandes in der Schlossschule zugrunde lag. Es entsprang wohl einer gesunden, fast instinktiven Einsicht, in einem Gebäude wie dem Waldenbucher Schloss zu üben: Brannte doch damals im Dezember 1931 das Stuttgarter Alte Schloss!

    Auch im Veranstaltungskalender zeigte sich der Aufschwung, den die Feuerwehr nahm: Jedes Jahr wurden Weihnachtsfeiern veranstaltet, welche Gelegenheit zur Aufführung von Theaterstücken boten. Man besuchte Bezirks-Feuerwehrtage der Umgebung, ein Ausflug führte die Mitglieder und ihre Angehörigen am 5. Juni 1932 in die Schwarzwaldlandschaft von Enz und Murg.

    4. Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg

    Die Waldenbucher Wehr befand sich in bester Verfassung und auf dem Wege zur sogenannten „Einheitsfeuerwehr“ d.h., jeder Mann wurde jetzt für alle Funktionen, die notwendig werden konnten, ausgebildet. So war es kein Wunder, dass sie bei der Hauptübung vom 29. Oktober 1933 (an der Brauerei Lamm) besonders gut abschnitt und der Feuerlöschinspektor Wörner voller Befriedigung feststellte, die Waldenbucher seien unter 9 Wehren, die er gerade besichtigt habe, die Besten gewesen!
    Ein Brand rief die Wehr zum Anwesen Joh. Ruckh, am 22. September in den Neuen Weg.

    Die Nationalsozialisten hatten bereits die Macht ergriffen und ihre Diktatur machte sich mehr und mehr bemerkbar. Da waren Äußerlichkeiten: Man beteiligte sich an der Maifeier und an dem Fackelzug mit anschließendem Höhenfeuer auf dem Steinenberg. Oder es fand gerade eine „Feuerschutzwoche“ statt. Die Männer sammelten für das Winterhilfswerk und selbst beim Heldengedenktag durften sie nicht mehr fehlen. Bald kündigten sich tiefergreifende Änderungen in der Struktur an: Da die Feuerwehr einer Umgestaltung und Neuregelung entgegensah, wurden schon 1933 und 1934 die fälligen Neuwahlen der Vorgesetzten unterlassen. Aber erst im September 1936 konnte auf Grund eines Erlasses des Württ. Landesfeuerwehrinspektors die neue Satzung ausgearbeitet und angenommen werden.

    Ihr zufolge war die Wehr nunmehr eine Kameradschaft in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins, hatte aber zugleich den Zweck, im Auftrage des Ortspolizeiverwalters gemäß den Weisungen der Polizeiaufsichtbehörden und des Reichs- und Preussischen Ministers des Innern die Gefahren abzuwehren, die der Allgemeinheit oder den einzelnen durch Schadenfeuern drohen. Sie erzog daher die Mitglieder der Wehr im Sinne des nationalsozialistischen Staates zu opferwilliger Gefolgschaft, zum mutvollen und unermüdlichen Einsatz ihrer besten Kräfte für Volk und Vaterland und zu treuer Kameradschaft und Pflichterfüllung. Es gab nun aktive Mitglieder, Mitglieder Altersabteilung (über 60jährige) und Ehrenmitglieder. Organe der Wehr waren der Führer der Wehr, der Führerrat und die Mitgliederversammlung. Zwar herrschte das „Führerprinzip“ – der „Führerrat“ bestand aus dem oben genannten „Führer“ der Wehr als Vorsitzenden, seinem Stellvertreter, dem Schrift- und Kassenwart, dem Gerätewart und den erforderlichen weiteren Mitgliedern – doch wählte diese die Mitgliederversammlung immer noch auf die Dauer von 5 Jahren. Entsprechend ihrer Ausrüstung wurde die Waldenbucher Wehr in einem Löschzug mit 35 Mann (Waldenbuch: Handdruckspritze und Hydrantenwagen), Halbzug mit 27 Mann (Glashütte: Handdruckspritze und Hydrantenwagen) sowie 2 Löschtrupps mit je 9 Mann (Hasenhof und Waldenbuch: je ein Hydrantenwagen) eingeteilt. Die Gesamtstärke betrug 73 Mann. Im Endeffekt ergab sich jedoch eine Gliederung in einen Waldenbucher Zug (50 Mann) und 2 Halbzüge: Glashütte (15 Mann) und Hasenhof (8 Mann). Gemäß einer alten militärischen Gepflogenheit unterschied man jetzt Dienststellung und Dienstrang: Der Kommandant war gewöhnlich Oberbrandmeister, der Führer eines Lösch- bzw. Halbzuges Brandmeister, der einer Löschgruppe Löschmeister bzw. eines Trupps Oberfeuerwehrmann.

    Im Februar 1937 wählte die Mitgliederversammlung den Führerrat. Führer der Wehr wurde Karl Ebinger. Ein zündelnder 9jähriger Knabe setzte 3 Feldscheunen in Brand. Sie brennen trotz des schnellen Eingreifens der Wehr vollständig ab. Der Charakter der Wehr als einer Hilfspolizeitruppe setzte sich jedoch immer stärker durch, zuletzt fixierte ihn das Reichsgesetz vom 23. November 1938 förmlich, womit jedes Wahlrecht aufhörte.

    Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges (1939-1945) begann für die neuformierte Wehr eine Zeit der Bewährung. Viele Kameraden mussten zur Wehrmacht einrücken und im Dezember 1939 fehlte schon die Hälfte der Aktiven. Es war daher ein großes Glück, dass die Männer der inzwischen eingerichteten Altersabteilungen von Waldenbuch und Glashütte sich nicht scheuten, trotz ihres vorgeschrittenen Alters Hand anzulegen, wo es immer Not tat. Auch wurde die gesamte Hitlerjugend an den Geräten ausgebildet – die jungen Leute legten großes Interesse an den Tag. Am 10.März brennt bei Maurer Oskar Eberwein in der Glashütte ein Zimmer. Durch das mutige Eingreifen einiger Nachbarn und der Feuerwehr kann der Brand schnell gelöscht werden. Forstmeister Dieterlen löscht im Schloss einen Zimmerbrand noch vor dem Eintreffen der Wehr am 13. April 1940. Ein brennender Stall muss die Wehr am 10. Januar 1942 bei Albert Beck löschen. Ein Grossaufgebot der Feuerwehren Waldenbuch, Böblingen und Bernhausen war am 4. September 1942 notwendig. Standen doch die Scheunen von Friederike und Rolf Mauerer, Glashütte und der Dachstock des Gebäudes 32 im Vollbrand. Von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr dauerten die Löscharbeiten.

    Die Kampfhandlungen verschonten diesmal auch das eigene Land nicht; die Hauptgefahr drohte aus der Luft. Durch Vorträge und eingehende Übungen mit den Gefahren eines Luftkrieges vertraut gemacht, konnte die Feuerwehr zeigen, was in ihr steckte, als Waldenbuch 1944 und 1945 mehrmals das Ziel feindlicher Fliegerangriffe wurde. Erstmals am 1. März 1944 werfen feindliche Flieger Spreng- und Brandbomben in der Umgebung von Waldenbuch ab. Das Anwesen der Schreinerei Kluth in der Liebenau gerät in Brand. Die Abt. Glashütte leitet erste Maßnahmen ein, bis die Waldenbucher Wehr mit der Motorspritze eintrifft und das Hauptfeuer im Holzlager und in der Werkstatt nach einigen Stunden löschen kann. Auf die Stadt werfen Flieger am 15. März 1944 Bomben ab. An mehreren Stellen brechen Feuer aus, so dass sich die Wehr verteilen muss. Die Gruppen 1 und 2 sind in der Dannecker- und Marktstrasse eingesetzt. Mit der Motorspritze bekämpft die Gruppe 3 die Feuer in der Seegasse. Die sich schnell ausbreitenden Brände machen es erforderlich, dass die Wehren aus Schönaich, Weil im Schönbuch, Holzgerlingen und Böblingen zur Hilfe gerufen werden. Nach einigen Stunden kann mit vereinten Kräften die Hauptgefahr gebannt werden. Doch brachte man auch der Stadt Sindelfingen bei den beiden Luftangriffen vom 9. und 13. September 1944 mit der Motorspritze und deinem Dutzend ausgesuchter Männer tatkräftige Hilfe. Es gelang trotz des schwachen Wasserdrucks, die dortige Festhalle zu schützen und einer weiteren Ausdehnung der ausgebrochenen Brände in den Wohnquartieren zu wehren. Trotz des Einsatzes mit der Motorspritze konnte die Wehr einen Brand an der Unteren- und Oberen Rauhmühle nach einem Fliegerangriff am 28. Januar, nicht mehr viel retten. Nach Bordwaffenbeschuss stehen die Scheunen von Ludwig Ebinger und David Necker in Flammen. Die Feuerwehr ist rasch zur Stelle und kann Teile der Gebäude retten. Dies geschah am 15. April 1945.

    5. Neuaufbau in der Nachkriegszeit

    Für die Waldenbucher Feuerwehr war das Kriegsende diesmal die Stunde „Null“. Niemand dachte mehr daran, sich für die Allgemeinheit einzusetzen oder gar Dienst in der Uniform zu tun. Unter dem verdienten Kommandanten Karl Ebinger erstand die nunmehr von der Polizei wieder getrennte Wehr jedoch von neuem. 1946 standen bereits 63 Männer bereit und führten nicht weniger als 12 Übungen durch.
    Um 01.20 Uhr steht der Dachstock des Lagerhauses der Firma Alfred Ritter am 17. Januar 1947 in Flammen. Die Feuerwehr setzt die Motorspritze ein und bekämpft den Brand mit 4 Rohren. Der Dachstock konnte nicht gerettet werden. Die Feuerwehren von Steinenbronn und Böblingen brauchten nicht mehr eingreifen. Nach 2 Stunden war der Einsatz beendet. Die Ursache des Feuers ist unklar. Rauchende oder zündelnde Kinder setzen die Scheune von Marie Hoyh, Glashütte, am 25. Mai 1948 um 18.25 Uhr in Brand. Die landwirtschaftlichen Geräte werden ein Raub der Flammen.
    1950 fand mit der zur Ruhesetzung Ebingers, der 40 Jahre Dienst getan hatte, eine Ära ihren Abschluss. Von 1950-1951 war Eugen Neff Kommandant der Wehr. Eine Baracke der Firma Haditsch gerät durch Unvorsichtigkeit eines Arbeiters am 29. August 1950 in Brand. Die eingelagerten Hanferzeugnisse bieten dem Feuer reichlich Nahrung. Das schlechte Schlauchmaterial behindert die Löscharbeiten der Feuerwehr. Das Gebäude brennt vollständig ab. Fritz Dieterle übernahm dann 1951als Kommandant die Wehr. Mit ihm begann der moderne Aufbau der Wehr. Ihm zur Seite stand Hermann Neff als sein Stellvertreter.

    Man hatte in Waldenbuch immer noch die beiden alten Handdruckspritzen der 30er Jahre auf dem Hasenhof und in der Glashütte stehen, dazu noch eine im Krieg hinzu gekommene Motorspritze in Waldenbuch selbst. Durch die Bemühungen des damaligen Bürgermeisters Blümlein konnte jedoch 1951 eine zweite Motorspritze für den Weiler Glashütte angeschafft werden. Am 14. Dezember bricht in einer Notwohnung aus Kriegszeiten an der Unteren Rauhmühle um 20.00 Uhr ein Feuer aus. Der Brand kann mit der Motorspritze und 8 Mann schnell unter Kontrolle gebracht werden. Eine große Brunnengrabung sorgte auch für das nötige Wasser. Bei einer Nachtübung am Anwesen des Wilhelm Böpple in der Liebenau im April 1951 bestand das neue Gerät seine „Feuerprobe“. Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal bzw. in Stuttgart für Wehrangehörige hoben jetzt den Ausbildungsstand und so stellten sich auch Erfolge bei den Leistungswettkämpfen auf den Feuerwehrfesten ein.

    Das im Mai 1952 gefeierte 75-jährige Bestehen war das herausragende gesellschaftliche Ereignis der ersten Nachkriegsjahre. Auf einem Festbankett im Festzelt auf dem Sportplatz in der Böblinger Straße (jetzt Firma Ritter-Sport) gaben Feuerwehrkommandant Dieterle und Bürgermeister Blümlein am Abend des 24. Mai einen geschichtlichen Rückblick. Kreisbrandinspektor Kübler verlieh den erschienen Ehrenmitgliedern die wohlverdienten Ehrennadeln. Musikdarbietungen und Tanz leiteten das Hauptfest am folgenden Sonntag ein. Dieses vereinte 21 Feuerwehren des Kreises zu Wettkämpfen der Klasse A (Tragkraftspritzen) und B (Löschkarren). Eine große Schauübung am Schloss gab einen guten Überblick über das Können der dabei eingesetzten Feuerwehren Böblingen, Steinenbronn und Waldenbuch. Mit einem farbenprächtigen Festzug und gemütlichem Zusammensein klangen diese frohen Tage aus.
    Von 21. Juni bis zum 3. Juli 1952 führen mehrere Unwetter dazu, dass die Aich Hochwasser führt. Die Feuerwehr muss etliche Keller leer pumpen und Aufräumungsarbeiten verrichten. Besonders schlimm war der Notstand am 4. Juli, das Wasser stand in der Böblinger Strasse (jetzt Alfred-Ritter-Strasse) und im Studentenweg über 1m hoch, die Laufstege an der Molkerei und beim Bahnhof wurden weggerissen, ebenso Gartenzäune und Geländer. Der Schaden war groß. Die Feuerwehren von Dettenhausen, Steinenbronn und die Werksfeuerwehr Daimler-Benz, Sindelfingen unterstützten die Waldenbucher Wehr.

    Noch mehr als auf dem Jubiläumsfest zeichnete sich die Waldenbucher Wehr dann freilich auf den Kreisfeuerwehrfesten in Holzgerlingen (1953) und Leinfelden (1954) aus, wo sie für die Wettkämpfe die Noten „gut“ bzw. „sehr gut“ bekam. Ebenso trug eine Teilnahme an den Übungen anlässlich des Festes in Darmsheim 1955 die Bewertung „gut – sehr gut“ ein – eine Reihe von Erfolgen, die sich in den laufenden Jahren fortsetzte. Zu dieser Entwicklung trug natürlich auch die jetzt gute Ausrüstung und Fürsorge durch die Stadtverwaltung wesentlich bei. 1954 wurden alle Männer neu eingekleidet.
    Ein Brand im Sägewerk Gebr. Waidelich, Burkhardtsmühle, setzt ein Grossaufgebot an Einsätzkräften am 13. April 1954 in Marsch. Die Feuerwehren Waldenbuch, Böblingen und Sindelfingen werden alarmiert, aber der Brand entpuppt sich als Kleinbrand und kann von der Waldenbucher Wehr selbst gelöscht werden. Durch Tauwetter und langen Regen wird der Neue Weg vom Haus des Kommandanten Dieterle bis zur Bahnhofstrasse 50 cm überflutet. Die Kameraden müssen deshalb am 16. Januar 1955 aus Viehställen die Tiere retten. Die Glashütter Kameraden begannen in unentgeltlicher Eigenarbeit, ihr neues Magazin in ihrem Teilort aufzubauen. Mitglied Wilhelm Krauch stellte den notwendigen Kies zur Verfügung. Nach einer Bauzeit von 18 Monaten konnte das Gebäude am 12. Juni 1955 von Abteilungskommandant Erich Ruckh im Anschluss an eine Hauptübung mit dem Spruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ eingeweiht werden.

    Trotz des hervorragenden Standes der Löschwasserversorgung in Waldenbuch – außer dem Wasserleitungsnetz mit seinen Hydranten standen noch die Aich, einige Brunnen und Feuerlöschteiche zur Verfügung – benötigte man dringend ein Löschfahrzeug, damit auch ein ausreichender Feuerschutz für die weit entlegenen Ortsteile Liebenau, Glashütte, Burkhardtsmühle, Obere Sagmühle und Hasenhof bestand. Die Stadt bestellte ein Kleinlöschfahrzeug KLF 6 bei der Fa. Ziegler in Giengen/Brenz. Das Fahrzeug hatte neben der Ausrüstung für den Löscheinsatz noch eine eingeschobene Tragkraftspritze an Bord. Die Beschaffungskosten beliefen sich auf 12.452 €. Am 10. Mai 1955 holte die Feuerwehr das Fahrzeug am Herstellungsort ab.

    Im folgenden Jahr machte das Feuerwehrgesetz vom 6. Februar 1956 eine Neufassung der Satzung notwendig. Nach den Bestimmungen, die am 11. September 1956 erlassen wurden, besorgte die Feuerwehr Waldenbuch den Brand- und Katastrophenschutz. Sie bestand aus dem Löschzügen Waldenbuch 1 und Waldenbuch 2 einschließlich Hasenhof und Glashütte. Jeder Zug hat 2 Löschgruppen. Die Feuerwehrmänner sind so auszubilden, dass ein erfolgreicher Einsatz der Feuerwehr gewährleistet ist. Dazu muss die erforderliche Anzahl der Übungen – jedes Jahr mindestens eine Alarmübung – abgehalten werden. Organ der Feuerwehr ist die jedes Jahr stattfindende „Hauptversammlung“, sie wählt den Kommandanten und den Feuerwehrausschuss. Letzterer wählt wiederum Schriftführer, Kassenführer und Gerätewart, er schlägt dem Kommandanten die von diesem zu bestellenden Unterführer vor. Die Einnahmen einer Feuerwehrkasse werden zur Pflege der Kameradschaft verwendet. Paul Burkhardt übernahm an der Hauptversammlung im Februar 1956 das Amt des stellvertretenden Kommandanten.

    Viel Glück hatten die Einsatzkräfte am 26. Februar 1959. In dieser Nacht brach ein Brand in der Dreherei Hartmann in der Surre aus. Über Sirene wird die Feuerwehr alarmiert. Sie richtet 2 Saugstellen an der Aich und im Mühlkanal ein und beginnt mit der Brandbekämpfung. Mit der Drehleiter der Feuerwehr Böblingen können die in Dachstock gelagerten Nitrolack-Fässer geborgen werden. Mit den Steinenbronner Kameraden zusammen gelingt es auch, die Maschinen im Erdgeschoss zu retten.

    „A propos Kameradschaft“ – die Feuerwehr kannte noch nie einen sturen Dienstbetrieb und nicht umsonst betonte Bürgermeister Blümlein, er habe bei ihr bis jetzt nur gemütliche Stunden verlebt. Nicht nur, dass verdiente Männer im Erholungsheim Titisee die dringend nötige Ruhe fanden, nein, da waren die Kameradschaftsabende, und auch die herrlichen Ausflüge durchbrachen den grauen Alltag. Frühere Zeiten hätten es nicht für möglich gehalten, dass man schon in einem Tag von Waldenbuch an den Bodensee und in die Alpen, nämlich nach Ehrwald, unterhalb der Zugspitze, gelangen könnte, wie es unseren Feuerwehrmännern am 14. Mai 1960 beschieden war. Am Abend vergnügte man sich dort bei Tanz und Tiroler Enzian. Wenn die Berichte wahr sind, fehlte es auch nicht an der Versuchung zu „fensterln“. Schon einen Tag später tauchte Innsbruck auf, mit Hoferdenkmal und Alpenpanorama, dann lud Garmisch-Partenkirchen mit einem Sessellift zum Spazieren in die Berge ein.
    Recht eine Woche verging, da oblag es der Feuerwehr, das 2. Waldenbucher Volksfest (21./22.Mai 1960) zu retten. Als alle anderen Vereine sich wegen des Regens nicht auf die Strasse trauten, gestalteten die Männer den Festzug alleine mit der alten Spritze und einem Zigeunerwagen. Das Anwesen Ernst Pfannenschwarz steht am 11. September 1961 in Flammen. Die Wasserentnahme geschieht aus dem Kanal der Firma Willi Neff. Das Leitungsnetz ist erst später einsatzbereit. Das Vieh kann gerettet werden und das Wohnhaus bleibt ebenfalls ohne Schaden. Aber die Scheue mit den gesamten Erntevorräten wird ein Raub der Flammen.

    Freilich, man brauchte ein neues Magazin in Waldenbuch selbst und die Stadt versprach, eines zu bauen. Großzügigerweise entstand es in dem gerade vorgenommenen Erweiterungsbau des Rathauses. Noch bevor es eingeweiht werden konnte, ging ein weiterer sehnlicher Wunsch in Erfüllung: bei der letzten Feuerwehrübung des Jahres 1962 gab es die Gelegenheit, die neueste Errungenschaft, nämlich eine fahrbare mechanische Stahlleiter der Firma Ziegler/Giengen von 18m Länge auszuprobieren. Die Übergabe des Gerätemagazins erfolgte dann am 31.Mai 1963, gemeinsam mit der Einweihung der Rathauserweiterung. Umso glanzvoller nahm sich die Teilnahme der Feuerwehr an der 600-Jahrfeier der Stadt Waldenbuch vom 7. bis zum 11. Juni des gleichen Jahres aus.

    Die Männer waren auf dem Festplatz zur Brandwache und Absperrung eingesetzt und im historischen Festzug fand ihr selbst zusammengebauter Festwagen reichlich Beifall. Mit fliegendem Spiel trug der Spielmannszug zum Gelingen des Ganzen bei.

    Auf einem ihrer sommerlichen Ausflüge hatten die Waldenbucher kameradschaftliche Beziehungen mit der Wehr der Gemeinde Wohlfurth bei Bregenz angeknüpft. Der Gegenbesuch ließ nicht lange auf sich warten und fand am 13. Juli 1963 statt. Waldenbuch stellte 45 Quartiere für die Gäste zur Verfügung. In einigen frohen Stunden wurden die Sehenswürdigkeiten unserer engeren Heimat gemeinsam besichtigt.

    Die Tätigkeiten der Abteilungen in den Teilorten Glashütte (Erich Ruckh mit 16 Mann) und Hasenhof (Gotthilf Gross mit 9 Mann) traten jetzt immer stärker hervor: 11 Schulübungen mit 29 Mann in der Stadt standen 12 Übungen in der Glashütte gegenüber. Als Erfolg vielfältiger Bemühungen erhielten die Waldenbucher im Juli 1964 auf dem Kreisfeuerwehrfest in Mötzingen das damals erstmalig verliehene Leistungsabzeichen in Bronze.

    Die moderne Anforderungen an den Feuerlöschdienst auf einer so weiträumigen Markung mit ihren Wohnsiedlungen, wie die Waldenbucher eine war, steigen immer mehr. Und so bestellte die Stadt 1965 bei der Fa. Ziegler/Giengen als ein weiteres notwendiges Glied in ihrer Vorkehrung für den Ernstfall ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/24, Fahrgestell Mercedes 150 PS mit Funksprechanlage und einem Längstank mit 2400 l Fassungsvermögen. Es kostete rd. 85.000 DM. Am 9. Juli 1965 holte die Feuerwehr das Fahrzeug bei der Herstellerfirma ab; Sie ließ es sich nicht nehmen, in Waldenbuch angelangt, eine Ehrenrunde um die Stadt zu fahren.
    Die große Bewährungsprobe für das neue Tanklöschfahrzeug fand am 29. Dezember 1965 statt. Niemand ahnte, dass der größte Einsatz der Feuerwehr Waldenbuch in ihrer 88-jährigen Geschichte bevorstand. Um 03.45 Uhr wurde die Feuerwehr zur Fa. Ritter-Sport alarmiert. Mit beiden Fahrzeugen und 26 Mann war sie zwar rasch zur Stelle, aber der Dachstuhl stand bereits auf einer Länge von 30m in Flammen. Mit mehren Rohren versucht die Wehr, das Feuer in Grenzen zu halten. Über das Funknetz der Polizei werden die Feuerwehren Steinenbronn, Böblingen, Leinfelden, Sindelfingen und die Werksfeuerwehr Daimler-Benz Sindelfingen zu Hilfe gerufen. Durch die kalte Nacht wurden die Löscharbeiten behindert. Stellenweise mussten die Männer auf dem Bauch über den Dachboden robben, damit sie an das Feuer herankamen. Insgesamt sind unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Ehmann 6 Wehren mit 15 Lösch- und 3 Tanklöschfahrzeugen sowie 2 Drehleitern und 1 Schlauchwagen mit 150 Mann im Einsatz. Das Wasser für die eingesetzten 3 B- und 34 C-Rohre wird aus 5 Hydranten und 9 Saugstellen an der Aich entnommen. Am Gebäude selbst werden 15 Steck- und Schiebeleitern eingesetzt. Die 42 Helfer des DRK leisten 40mal erste Hilfe und versorgen die Einsatzkräfte mit heißem Tee. Durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte konnte ein Ausbreiten der Flammen verhindert werden. Die Aufräumarbeiten dauerten den ganzen Tag an. Der Sachschaden wurde auf 1,2 Millionen DM geschätzt.
    Zusätzliche Verbesserungen waren die Einrichtung einer Weckerlinie im Frühjahr 1966 (bisher erfolgte der Alarm nur mit einer Sirene) und der gleichzeitige Bau eines Gerätehauses auf dem Hasenhof. Die mit einem Kostenaufwand von etwa 65.000 DM erstellte Weckerlinie hatte 15 Feuermelder und 25 Wecker für die Feuerwehr und das Rote Kreuz. Das am 6. August eingeweihte Gerätehaus auf dem Hasenhof wurde in 599 Freiwilligen Arbeitsstunden von der Wehr selbst erstellt, das Planieren mit der Raupe hatte die Fa. Gebrüder Necker, Waldenbuch, kostenlos übernommen.
    Am 20. August 1966 überflutete die Aich um 17.20 Uhr die Bundesstrasse, gegen 19.00 Uhr schießt der Seitenbach ca. 70 cm hoch den Neuen Weg hinunter. Bis zum Mittag des folgenden Tages muss die Wehr Keller leerpumpen. In der darauf folgenden Nacht gehen neuerlich schwere Regenfälle über Waldenbuch nieder. Die um 05.30 Uhr alarmierte Wehr findet den Neuen Weg, die Bahnhofstrasse und die Hintere Seegasse überflutet vor. Am Ramsberg geht ein Erdrutsch nieder und beschädigt ein Wohnhaus. Das gleiche geschieht am Panoramaweg und in der Liebenau. Die Wehr ist bis 22.00 Uhr im Einsatz. Der Glashütter Zug hat ebenfalls Großeinsatz und muss Keller leerpumpen. In den folgenden Tagen macht die Wehr die im Bau befindliche Kläranlage frei.

    Reichhaltig war das Geschen in den folgenden Jahre – es gab Funkübungen, Nachtübungen, Kreisübungen und Alarmeinsätze mit mehreren Feuerwehren auf überörtlicher Grundlage, dazu Veranstaltungen der verschiedensten Art und u.a. Beteiligungen an den Fußballturnieren der örtlichen Vereine. Die von Fritz Fuchs ausgebildete Wettkampfgruppe erlangte am 13. Juli 1968 in Böblingen das Leistungsabzeichen in Bronze. Der Blitz schlägt während eines heftigen Gewitters in das Gebäude Bayha in der Glashütte ein. Die Feuerwehr hat um 21.45 Uhr größte Mühe, an den Einsatzort zugelangen, hatte doch ein Wolkenbruch Hochwasser ausgelöst. Man hat keine Chance, Wasser aus einem Hydranten zu entnehmen. Trotz der Mithilfe der Böblinger Wehr brennen Scheune und Dachstuhl aus. Dies blieb nicht der letzte Einsatz in der Glashütte, musste man dann noch Keller des Sägerheims leerpumpen und man beteiligt sich an den Aufräumarbeiten. Das HAKAWERK wird am 6. und 7. Juni 1971 nach schweren Regenfälle mit Wasser und Schlamm überflutet. Die Feuerwehr pumpt das Wasser aus den Keller- und Produktionsräumen. Am 26. Juli 1971 wird ein heftiger Waldbrand zusammen mit der Neuenhäuser Wehr in der Neuhäuser Wand gelöscht. Ein weiteres Leistungsabzeichen erfolgte am 3. Juli 1971 in Sielmingen. Im gleichen Jahr belegte die Wehr beim Fußballpokalturnier einen beachtlichen 3. Platz. Fritz Fuchs übernahm an der Hauptversammlung 1972 das Amt des stellvertretenden Kommandanten von Paul Burkhardt, der dieses 16 Jahre lang ausgeübt hatte. 1972 glückte dann einer Gruppe unter Fritz Fuchs auf dem Kreisfeuerwehrtag in Musberg der Erwerb des Leistungsabzeichens in Silber!

    Der Bau eines Wasserbehälters auf dem Braunacker verbesserte die Wasserversorgung auf dem Hasenhof wesentlich. Der langjährige Hornist Karl Sturm trat am 15. März 1973 nach 50 Dienstjahren aus dem aktiven Dienst der Wehr aus. Am 19. April 1973 konnte die Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 TS, Fahrgestell Mercedes mit 176 PS mit einer eingeschobenen Tragkraftspritze und 600 m B-Schläuchen an Bord von der Fa. Ziegler/Giengen nach Waldenbuch holen.
    Die Scheune des Anwesens Stahl in der Böblinger Strasse steht am 7. Mai 1973 in Flammen. Das neue Löschfahrzeug LF 16 TS kommt erstmalig zum Einsatz und bewährt sich. Ungewohnter Einsatz für die Wehr am 12. Juli 1973. Zum erstenmal in der Geschichte der Wehr musste man bei einem Verkehrsunfall im Bohlersträssle Hilfe leisten. Daraufhin beschaffte die Stadt am 24. Mai 1974 für die Wehr eine Hydraulik-Rettungsschere.
    Zur Überlandhilfe musste die Waldenbucher Wehr am 17. Juni 1973 nach Steinenbronn ausrücken. Am Betriebsgebäude der Firma Bucher, Treppenbau, steht der Giebel in Flammen. Nur durch den massiven Einsatz aller Fahrzeuge und 25 Mann kann die Feuerwehr einen Brand auf dem Hof Waldeck am 21. Juni 1974 unter Kontrolle bringen. Es werden 12 C- und 1 B- Rohr eingesetzt. Die Wasserversorgung wird über einen Hydranten, einen Feuerlöschteich sowie über den Fischteich Ottmüller sichergestellt. Vorratslager und Stall werden ein Raub der Flammen, aber alle Tiere, angrenzende Gebäude und Maschinen können gerettet werden. Wie lebendig der Kontakt mit der Bevölkerung ist, konnte man auf der im Oktober 1974 veranstalteten Brandschutzwoche sehen. Eine allgemeine Geräteschau, bei der sowohl historische als auch moderne Geräte ausgestellt wurden, verband sich mit Kinderrundfahrten auf den Fahrzeugen der Wehr. Bereits 1974 wuchs in der Wehr der Wunsch nach einem modernen Gerätehaus. Frühzeitig trat die Wehr mit ihren Vorstellungen an die Stadtverwaltung heran. 3 Standorte waren in der Diskussion, neben dem Bauhofgelände und dem Farrenstall wurde auch ein Platz in der Bahnhofstrasse in die Standortfrage mit einbezogen. Die Platzsuche wird zu einer langwierigen Angelegenheit.
    Schwierig gestaltete sich die Brandbekämpfung bei der Fam. Lopez in der Wörtzstrasse. Dort war der Dachstock am 14. Dezember 1975 in Brand geraten. Vom Seitenbach her musste eine Versorgungsleitung gelegt werden.
    Am 5. März konnte Kommandant Fritz Dieterle anlässlich der Generalversammlung sein 25-jähriges Kommandantenjubiläum feiern. An diesem Tage wurde die Abteilung Hasenhof, nachdem 5 Kameraden altershalber ausgeschieden sind, aufgelöst. Die verbliebenen 6 Kameraden wurden in die Waldenbucher Wehr integriert. Zugführer Gotthilf Gross wurde zum Ehrenmitglied der Wehr ernannt.

    6. Die 100-Jahr-Feier vom 19. – 22.August 1977

    Von Freitag- bis Montagabend drehte sich alles in Waldenbuch um die Männer im blauen Rock. Der Festakt, offizieller Empfang der Stadt Waldenbuch für die Ehrengäste, war der Auftakt für dieses große Fest. Der stellvertretende Kommandant Fritz Fuchs wurde hierbei von Kreisbrandmeister Ehmann mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.
    Am Samstagnachmittag brannte dann das Schloss. Mit diesem angenommenen Szenario begann die Großübung der Jubiläumswehr. Dass sie auch an diesem Tag damit nicht alleine fertig wird, bewiesen die Menge der zur Hilfe geeilten Wehren. Sie kamen aus Böblingen, Steinenbronn und Schönaich. Das örtliche DRK war ebenfalls an der Übung beteiligt. Insgesamt waren 100 Helfer im Einsatz. Groß war das Interesse der Bevölkerung am Sonntagmittag an den nahezu 800 Festzugteilnehmer aus 25 Wehren und den örtlichen Vereinen. Am Montagnachmittag sprangen dann Fallschirmspringer über dem Ritter-Sport-Stadion ab. Mit der Stadtkapelle klang dann das Fest am Montagabend aus.

    7. Die Wehr von 1977 - 1984

    Nach dem 100-jährigen Jubiläum begann die Suche nach einem geeigneten Standort für das neue Gerätehaus. Die Suche war langwierig, denn es standen 3 Grundstücke zur Auswahl an. Erst am 19. Juni 1979 konnte sich der Gemeinderat auf ein Grundstück an der Bahnhofstrasse einigen und das Baugesuch einreichen. Das KLF 6 aus dem Jahre 1955 musste, nachdem es keinen TÜV mehr erhielt, am 17. Februar 1980 außer Dienst gestellt werden.
    Einen herben Verlust musste die Wehr am 05.Februar 1981 hinnehmen: Der langjährige stellvertretende Kommandant Fritz Fuchs starb an diesem Tag. Er hatte sich in seiner Dienstzeit stets um die Ausbildung der Wehr verdient gemacht. Bei den Leitungswettkämpfen konnte Fritz Fuchs mit seinen Mannschaften große Erfolge verzeichnen. Zu seinem Nachfolger wurde Robert Klein an der Generalversammlung, die am 07. März 1981 stattfand, gewählt. Nach der Hauptübung beim Sägewerk Landenberger konnte man am 07. November 1981 das Richtfest des neuen Gerätehauses feiern. Zusätzlich wurde ein VW-Bus als Mannschaftstransporter in Dienst gestellt. Das Fahrzeug wurde in vielen Arbeitsstunden von 2 Kameraden feuerwehrtauglich hergerichtet. Beim Kreisfeuerwehrtag in Bondorf am 07. August 1982 konnte eine Gruppe unter Dieter Nagel das Leistungsabzeichen in Bronze und zwei Gruppen unter dem stellvertretenden Kommandanten Robert Klein das silberne Leistungsabzeichen erringen. Fast auf den Tag genau ein Jahr später war es dann soweit: Viel Prominenz war erschienen, die Kommandanten der umliegenden Gemeinden, ebenso die Bürgermeister, galt es doch am diesem 04. November 1982, das nach 15-monatiger Bauzeit errichtete Gerätehaus einzuweihen. Vom ersten Ansinnen nach einem neuen Magazin bis zu diesem Freudentag zogen 5 Jahre ins Land. Für 5 Fahrzeuge bietet es Platz, Funkzentrale, Mannschaftsraum und einen großen Lehrsaal im ersten Stock komplettieren das ganze Haus. Für den Gerätewart steht eine großzügige Wohnung zur Verfügung. Das Bauvorhaben kostete 1,14 Millionen €. Die Stadt Waldenbuch erhielt einen Zuschuss vom Land Baden-Württemberg in Höhe von 127.822,97€.
    Nach einer Schauübung beim Hakawerk Schlotz wurde mit einem Tag der offenen Tür am 06. und 07. November 1982 der Bevölkerung stolz das neue Haus präsentiert. Mit dem Einzug endete auch die Selbstständigkeit der Abteilung Glashütte. Die unter der Leitung von Zugführer Manfred Auch stehenden Kameraden wurden in die Waldenbucher Wehr integriert. Neuerung gab es hinsichtlich der Alarmierung: die alte Weckerlinie wurde außer Betrieb genommen und die an vielen Strassen aufgestellten Feuermelder wurden abmontiert. Damit endete auch die Zeit der unliebsamen Fehlalarmierungen. Mit modernen kleinen Funkmeldeempfängern ausgerüstet, wird man jetzt von der Feuerwehrleitstelle Böblingen alarmiert.
    Am 03. Mai 1983 entging Waldenbuch nur knapp einer Katastrophe. Kurz vor 12.00 Uhr stürzte ein mit 30.000 l Benzin beladener Tankzug in einer Linkskurve auf der B 27 nahe der Stadtmitte um. Eine Tankkammer wurde aufgerissen, dass Benzin floss in die Aich und in Richtung der Wohnhäuser in der Grabenstrasse. Alle verfügbaren Kräfte und Fahrzeuge waren im Einsatz. Ein Heizölhändler und Landwirte waren mit Tankwagen und Vakuumfässern der Feuerwehr zur Hilfe geeilt. Kreisbrandmeister Kurt Ehmann und die Stützpunktfeuerwehren Böblingen und Sindelfingen wurden zur Unterstützung nach Waldenbuch beordert. Mit Schaalbrettern wurden Ölsperren in der Aich errichtet, Ölsperren wie man sie heute kennt, waren nicht vorhanden. Von Waldenbuch bis Nürtingen, wo die Aich in den Neckar mündet, waren die Feuerwehren mit dem Errichten von Ölsperren beschäftigt. Nach 36 Stunden war dieser Einsatz beendet.

    8. Die Wehr von 1984 - 1999

    Die Waldenbucher Wehr musste am 24. Januar 1984 den Kameraden von Steinenbronn zur Hilfe eilen. Der Dachstuhl der Fa. Telegärtner in der Hohewartstrasse war in Brand geraten. Nach rund einer Stunde war der Brand unter Kontrolle. Ebenfalls im Einsatz war die Böblinger Wehr. An der Generalversammlung im Februar 1984 vollzog sich ein Stabwechsel in der Führung der Wehr. Nach insgesamt 38 Dienstjahren, davon 33 Jahre als Kommandant legte Fritz Dieterle sein Amt nieder. Von der Generalversammlung wurde Robert Klein mit großer Mehrheit zu seinem Nachfolger gewählt. Dieter Nagel wurde zum stellvertretenden Kommandanten gewählt. Er übte dieses ein Jahr lang aus, dann übernahm Helmut Krauch das Amt.
    Von Bürgermeister Störrle wurde Fritz Dieterle, im Rahmen einer Verabschiedungsfeier am 8. Juni 1984, zum Ehrenkommandanten der Wehr ernannt. Kreisverbandsvorsitzender Kurt Frech zeichnete ihn mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold aus. Mit Fritz Dieterle gingen auch die Kameraden Paul Burkhardt, Manfred Auch, Johann Geier und Franz Nagel sen. in der verdienten Feuerwehrruhestand. Paul Burkhardt und Manfred Auch wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
    Zu einem schweren Verkehrsunfall wurde die Wehr am 9. August 1984 gerufen. Auf der Verbindungsstrasse zwischen Waldenbuch und Steinenbronn waren zwei PKW zusammengestoßen. Ein Fahrer konnte von der Feuerwehr nur noch Tot aus seinem Wrack geborgen werden.
    1985 wurde erstmalig in Waldenbuch eine Firma mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet. Das Hakawerk Schlotz nahm eine solche Anlage in Betrieb. Löst bei diesen Anlagen ein Rauchmelder aus oder wird ein Druckknopfmelder betätigt – diese sind über den ganzen Betrieb in vielen Räumen verteilt angebracht – wird dies automatisch zur Feuerwehrleitstelle nach Böblingen gemeldet. Diese alarmiert dann die Feuerwehr Waldenbuch. Nach und nach haben die Firmen Ritter-Sport, Hakawerk Kunz, Automatisierungstechnik Neff sowie das Schloss Waldenbuch und das Außenlager des Schloss Waldenbuch ebenfalls diese Frühwarntechnik installiert. Durch diese Anlagen werden rund 8 Alarme pro Jahr ausgelöst! 95 % davon sind Fehlalarme der Anlage oder technische Defekte.
    Der neue stellvertretende Kommandant H. Krauch übernahm nach seinem Amtsantritt die Ausbildung der 8 neuen Kameraden. Unter seiner Führung wurde auch das Leistungsabzeichen in Bronze beim Kreisfeuerwehrtag am 13. Juli 1985 in Herrenberg abgelegt.

    Eine Brandstifterserie hielt die Wehr von Dezember 1985 bis Januar 1986 auf Trapp. Insgesamt 5 Brände legte der Brandstifter in Waldenbuch. Er zündete Bäume, Strohballen, Schuppen und Wochenendhäuser an. Ein tragisches Ende fand ein Wohnungsbrand in der Glashütte am 02.Janunar 1986. Elektrische Weihnachtskerzen hatten den Christbaum in Brand gesetzt. Beim Löschversuch der älteren Wohnungsbesitzerin zog sich diese so schwere Verbrennungen zu, dass sie Tage später daran starb. Die Tochter zog sich ebenfalls Brandverletzungen zu. Der Brand konnte von der Feuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht werden. 2 Kinder verwandelten ihr Zimmer im Pestalozziweg am 21.Februar 1986 in ein Indianerlager und zündeten ein Lagerfeuer an. Die um 16.07 Uhr alarmierte Wehr brauchte mehr als eine ½ Stunde um den Brand zu löschen. Die Hitze in der Wohnung war so stark, dass der Beton an der Decke stellenweise abplatzte. Die Wehr war mit allen Fahrzeugen im Einsatz. Die Alarmierung verzögerte sich weil die Kinder einfach davon rannten und die Mutter in der Badewanne saß.
    Erstmals in der Geschichte der Waldenbucher Wehr konnte eine Gruppe unter der Führung von Jürgen Kayser beim Kreisfeuerwehrtag in Leonberg am 21. Juni 1986 das Leistungsabzeichen in Gold erringen. Die Nachwuchskräfte unter Helmut Krauch erlangten mit zwei Gruppen das silberne Leistungsabzeichen.
    Nachdem der Kauf mangels Zuschuss vom Land um ein Jahr verschoben werden musste, war die Freude am 03.Dezember 1986 umso größer, als Bürgermeister Störrle das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 an Kommandant R. Klein übergeben konnte. Das rund 160.000 € teure Fahrzeug hat ein Fahrgestell der Firma Mercedes Benz mit 216 PS. Das ABS-Bremssystem wurde erstmalig im Landkreis Böblingen in einem Löschfahrzeug eingebaut. Der Aufbau wurde von der Fa. Ziegler/Giengen gefertigt. Das Fahrzeug verfügt über ein 8kVA Notstromaggregat, einen Lichtmast, Schaummitteltank und hydraulische Rettungsgeräte. Der Bevölkerung wurde das Fahrzeug am Tag der offenen Tür im April 1987 vorgestellt. Das alte Tanklöschfahrzeug von 1965 blieb weiterhin im Besitz der Wehr. Somit besaß die Wehr nun 3 Großfahrzeuge und den Mannschaftstransporter. Im Einsatzfall stehen den Einsatzkräften 5000l Wasser sofort zur Verfügung.
    Alsbald musste das neue Fahrzeug seine Schlagkraft beweisen. Bei einem schweren Verkehrsunfall am 03. Januar 1987, konnte man der eingeklemmten Person schnell helfen und sie aus ihrer misslichen Lage befreien. Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich am 18.Mai 1987. Auch hier konnte der eingeklemmten Person ebenfalls geholfen und sie befreit werden.
    Eine gemeinsame Waldbrandübung mit der Feuerwehr Schönaich fand am 13. Juni 1987 am Rauhmühlenberg statt. Insgesamt waren 80 Mann eingesetzt. Diese verlegten rund 1500 Meter Schlauch und setzten 12 C-Rohre, 3- B-Rohre und einen Wasserwerfer ein. Der scheidende Kreisbrandmeister Kurt Ehmann attestierte den Wehren einen guten Ausbildungsstand, der bei den Übungen zu Tage tritt.
    Die unter dem stellvertretenden Kommandanten Helmut Krauch ausgebildeten Kameraden erlangten am 20. Juni 1987 beim Kreisfeuerwehrtag in Weil der Stadt das goldene Leistungsabzeichen.
    9 Stunden lang hielt ein Hochwasser am 08. Juli 1987 die Wehr in Atem. Viele private Keller sowie das Untergeschoss des Hakawerk Schlotz in der Bahnhofstrasse standen unter Wasser und mussten leergepumpt werden. Die L1185 war durch einen Erdrutsch blockiert. Die in der Zeit danach entlang der Aich erbauten Regenrückhaltebecken verschonten seither die Anwohner in Stadtkern vor dieser Naturgewalt.
    Das nach jahrelanger Umbauarbeit im Mai 1988 fertiggestellte Schloss war – bevor es als Landesmuseum der Bevölkerung zugänglich gemacht wurde – Ziel einer Alarmübung der Wehr. Die Drehleiter aus Böblingen wurde zur Personenrettung aus den oberen Stockwerken eingesetzt. Hierbei wurden wichtige Erkenntnisse über die örtlichen Begebenheiten erlangt.
    Eine Löschgruppe legte unter W. Illi am 4. Juni 1988 anlässlich des Kreisfeuerwehrtages in Holzgerlingen das Leistungsabzeichen in Bronze ab. Mit der alten Spritze von 1877 und dem neuen Tanklöschfahrzeug beteiligte sich die Wehr am Festumzug des 100-jährigen Bestehens des Musikvereins „Stadtkapelle“ Waldenbuch. Die in historischen Uniformen gekleideten Kameraden ließen es sich nicht nehmen, die Zuschauer von der Funktionstüchtigkeit der alten Spritze zu überzeugen.
    Eine Satzungsänderung trat nach dem Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Februar 1990 nach Zustimmung des Gemeinderates in Kraft: Als weitere Abteilung in der Wehr ist eine Altersabteilung jetzt vorgesehen. Am 22. Mai 1990 brannte ein landwirtschaftliches Gebäude auf dem Hof Waldeck nieder. Jugendliche hatten in dem Gebäude geraucht und mit Streichhölzern gespielt. Trotz massivem Einsatz der Wehr mit allen Fahrzeugen und 40 Mann war das Gebäude nicht mehr zu halten. Man musste es kontrolliert abbrennen lassen, so die Entscheidung des neuen Kreisbrandmeisters Helmut Feil und Kommandant Robert Klein. Der Einsatz dauerte insgesamt 28 Stunden. Im Juli 1990 besuchte eine Delegation der Feuerwehr aus der Partnerstadt Mylau/Vogtland uns, um sich über die Strukturen unserer Wehr zu informieren. Bei diesem Besuch wurden die grundlegenden Unterschiede beider Systeme merklich, es wurde auch die Feuerwache der Böblinger Kameraden in Augenschein genommen.
    Tragisch endete ein Verkehrsunfall für einen 20 jährigen Mann am 11. August 1990. Er hatte auf der B 27 von Dettenhausen kommend die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war gegen einen Baum geprallt. Er wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Alle Bemühungen von Feuerwehr und Rettungsdienst waren vergebens.
    Ungewöhnlich Einsatz für die Feuerwehr im September 1990. Der Brunnen eines bekannten Waldenbucher Ausflugslokal wurde von den Gesundheitsbehörden gesperrt. Um den Betrieb aber aufrecht erhalten zu können, wurde vom THW ein 5.000 l Frischwassertank aufgestellt. 7 Tage lang wurde nun Wasser von uns an die Burkhardtsmühle transportiert.
    Ein weiterer Verkehrsunfall ereignete sich am 19. Oktober 1990 nahe der Burkhardtsmühle. In 2 Fahrzeugen waren 2 Personen eingeklemmt. Insgesamt wurden 5 Personen verletzt. Die Feuerwehr war mit allen Fahrzeugen im Einsatz. Aus Böblingen und von den Fildern waren 1 Notarzt und 5 Rettungswagen im Einsatz.
    Am 20. und 21. April 1991 erfolgte der Gegenbesuch. Beim kameradschaftlichen Abendessen in der Jugendherberge konnte Kommandant R. Klein eine Motorsäge als Geschenk an den dortigen Kommandanten überreichen.
    Die Führung auf der Burg und die Besichtigung der riesige Göltschtalbrücke waren weitere Höhepunkte des Besuches.
    Am 17. Juni 1991 brannte das Spänesilo des Sägewerks Schick in der Liebenau. Mit 24 Mann und 4 Fahrzeugen war die Wehr im Einsatz. Dieser dauerte 4 Stunden, denn das Silo musste von Hand leer geräumt werden.
    Bis heute noch ungeklärt blieb ein Brand im Eingangsbereich des Asylantenheims im Bonholz am 23.Oktober 1991. Das Feuer war beim Eintreffen der Wehr, die mit allen Fahrzeugen ausgerückt war, bereits erloschen. Im Eingangsbereich stellte die Polizei später Spuren von Brandbeschleuniger fest.
    Am 29. Oktober 1991 brannte die Hälfte eines Doppelhauses im Steingrübenweg aus. Die Wohnungsinhaberin hatte eine Friteuse auf dem Herd vergessen und war zum Bügeln ins das Untergeschoss gegangen. Das Fett begann zu brennen und setzte die Küche in Brand. Die Frau konnte sich selbst ins Freie retten. Die Feuerwehr brachte den Brand nach einer Stunde unter Kontrolle, konnte aber nicht mehr verhindern, dass das Erdgeschoss und Obergeschoss ein Raub der Flammen wurde. Ein Übergreifen auf die andere Hälfte konnte verhindert werden.
    Nach einer Verpuffung in einem Ölofen brach am 02.Januar 1992 in einem Einfamilienhaus im Alten Weg ein Feuer im Obergeschoss aus. Der Brand konnte nach rund einer Stunde gelöscht werden. Zur Brandbekämpfung waren 31 Mann mit 4 Fahrzeugen im Einsatz. Die Wohnung brannte trotz aller Bemühungen vollständig aus. Die Hausbesitzer waren zu Zeitpunkt des Brandes in Italien im Urlaub, der daheim gebliebene Sohn konnte bei Verwandten untergebracht werden.
    Geändert werden musste die Alarmierung der Wehr im Jahr im Frühjahr 1992. Die Häufung von Bagatelleeinsätzen war der Auslöser hierfür. Auch ließ die Zahlungsmoral der Einsatzverursacher nach. Die Stadtverwaltung blieb immer häufiger auf den Kosten sitzen. Man versucht nun mit einer vertretbaren Minimierung von Einsätzkräften die Kosten niedrig zu halten. So ist bis heute die Wehr in 4 Kleinschleifen eingeteilt. Jeder Kleinschleife sind 10-12 Kameraden zugeordnet. Diese sind dann 3 Monate für diese Kleineinsätze zuständig. Dazu zählen Ölspuren, umgestürzte Bäume, unter Wasser stehende Wohnungen und Keller sowie Insekteneinsätze. Letztere werden nur noch ausgeführt, wenn Allergiker, Säuglinge oder Kindergärten sowie öffentliche Gebäude betroffen sind.

    Nach 11 Jahren Dienstjahren wurde der VW-Bus durch einen Mercedes 310 ersetzt. Das Fahrzeug wurde am 21.04.1993 anlässlich des Tags der offenen Tür, der erstmalig an zwei Tagen durchgeführt wurde, durch Bürgermeister Störrle an Kommandant Robert Klein übergeben. Ein Teil des Ausbaus wurde von der Fa. Barth, Fellbach, erstellt, der Rest wurde von einigen Kameraden nach unseren Wünschen selbst gefertigt. Das Fahrzeug kostete 34.000 €. Der Landeszuschuss betrug 8.200 €. Rund 3.000 Besucher strömten an diesem sonnigen Wochenende zu uns. Eine interessante Fahrzeugschau und original böhmische Blasmusik wurden den Besuchern geboten. Mit kleineren Übungen wurden den Besuchern Einblicke in die vielfältigen Aufgaben der Wehr gewährt. Seither wird der Tag der offenen Tür im 2-Jahres-Rhythmus an zwei Tagen durchgeführt.
    Keine Chance, mit dem Leben davon zu kommen, hatten 4 Kälbchen am 9. Mai 1993. Beim Eintreffen der Wehr um 01.45 Uhr stand der Stall von Rainer Mayer im Vollbrand. Mit 30 Mann und 3 Fahrzeugen war die Wehr im Einsatz.
    Dass der Sport bei der Feuerwehr nicht zu kurz kommt, beweisen die vielen Fußballturniere. Ob in der Halle oder im Freien, die Mannschaft erspielte sich manch gute Platzierung. Den größten Erfolg konnte sie im September 1993 erringen. Sie gewann das Turnier der Sportfreund Glashütte.

    Eine brennende Unterspannungsschutzversorgung im Verwaltungsgebäude der Fa. Ritter-Sport riss die Mannschaft der Waldenbucher Wehr am 12. Februar 1994 kurz nach 01.00 Uhr aus den Federn. Mit allen Fahrzeugen und 35 Mann sowie dem Gerätewagen-Atemschutz aus Sindelfingen wurde dem Brand zu Leibe gerückt. Gegen 04.00 Uhr konnte das Gebäude rauchfrei an die Betreiber übergeben werden.

    Mit gleich 3 Gruppen trat die Wehr am 18. Juni 1994 zum Erwerb des Leistungsabzeichens in Bronze in Weil der Stadt – Schafhausen an. Die unter der Führung von Walter Gechter und Oliver Klein angetretenen Gruppen waren alle erfolgreich.
    Rund 2,5 km Anfahrtsweg hat die Feuerwehr, wenn es auf dem Ortsteil Hasenhof brennt. So geschehen am 16. September 1994. Ein defekter Fernsehapparat hat den Wohnungsbrand ausgelöst. Mit 33 Mann und vier Fahrzeugen war die Wehr im Einsatz. Die Wohnungsinhaberin und ihre beiden Enkelkinder wurden vorsorglich mit Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Kurzzeitig herrschte Aufregung bei der Wehr: die Wohnungsbesitzerin vermisste eine ihrer Schlangen. Diese wurde wenig später gefunden und von der Besitzerin wieder in das Terrarium gelegt.
    Am 22. und 23. April 1995 waren unsere Kameraden aus Mylau zu Gast bei unserem Tag der offenen Tür. Sie hatten etwas Besonderes dabei: ihr Opel Löschfahrzeug von 1927. Bei der Fahrzeugschau am Sonntag wurde es ebenso bestaunt wie die modernen Feuerwehrfahrzeug von heute. Bei den vorgeführten Fettexplosionen, Übungen und einer Bilderschau strömten bei herrlichem Wetter wieder viele Waldenbucher zur Feuerwehr.
    Durch einsetzenden Regen verwandelten sich die Strassen am 25. Januar 1996 in Rutschbahnen. Der Streuwagen sollte eigentlich diese Gefahr beseitigen. Doch er wurde in der abschüssigen Hasenhofstrasse selbst Opfer dieser Eisglätte. Er rutsche rund 200m die Strasse hinab, schob ein parkendes Fahrzeug vor sich her und kam erst an einen Hauseingang zum Stehen. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt. Unter Zuhilfenahme eines Bauhoffahrzeuges konnte man die Unfallfahrzeuge bergen.
    An der Hauptversammlung am 19. Februar 1996 wurde die Gründung einer Altersabteilung beschlossen. Was sich bei anderen Wehren bewährt hat, wollte der Chef der Altersabteilung, Werner Illi, auch versuchen und fand in Stefan Mayer, Ernst Pfannenschwarz und Hermann Seeger weitere Mitstreiter. Man will nach 30 oder gar 40 Dienstjahren nicht einfach so abrupt aufhören, so die Beweggründe der vieren. Mit Ausflügen, Wanderungen Besuchen anderer Alterswehren und den geselligen Veranstaltungen der Aktiven ist der Terminplan schnell gefüllt.

    Zu einem schweren Verkehrsunfall wurde die Wehr am 13. April 1996 gerufen. Auf der K 1050 Richtung Weil i. Schönbuch war eine junge Frau in Ihrem Fahrzeug, nach einer Kollision mit einem Baum, eingeklemmt. Trotz schneller Hilfe verstarb sie noch am Unfallort.
    Ein Geschicklichkeitsturnier für Fahrer und Maschinisten veranstaltete die Feuerwehr Schönaich am 4. Mai 1996. Ein Parcours mit etlichen Hindernissen und engen Gassen galt es möglichst fehlerfrei und zügig zu durchfahren. Was die sechs Fahrer nicht ganz schafften, gelang Kommandant Robert Klein. Er siegte im Vergleich mit den Kommandanten aus Steinenbronn und Schönaich.
    Das lange Üben hat sich gelohnt. Beim Kreisfeuerwehrtag am 6. Juli in Aidlingen konnten zwei Gruppen unter der Führung von O. Klein das Leistungsabzeichen in Gold erringen.
    Durch zündelnde Kinder geriet der obere Stock des Asylantenheims im Bonholz am 26. Februar 1997 in Brand. Die Feuerwehr brauchte allerdings mehr als eine Stunde, um den Flammen Herr zu werden. Es waren alle verfügbaren Kräfte und Fahrzeuge im Einsatz. Aus Sindelfingen musste der Atemschutzwagen nach Waldenbuch zur Unterstützung gerufen werden. Ebenfalls vor Ort war das DRK, das die Bewohner versorgte und zwei Personen mit einer Rauchvergiftung in eine Klinik brachte. Der Schaden belief sich auf rund 76.000 €.
    Zu zwei schweren Verkehrsunfällen musste die Wehr am 11. und 22. März 1997 ausrücken. Beim ersten Einsatz hatte der junge Mann die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in eine Böschung auf der L 1185 gerast. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Beim zweiten Einsatz schanzte eine junge Frau auf der L 1209 mit Ihrem Fahrzeug eine Abhang hinunter und prallte gegen mehrere Bäume. Sie wurde in Ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Das auf der Rücksitzbank sitzende Kind und Ihr Beifahrer blieben, wie durch ein Wunder, unverletzt.
    Ungewöhnliche Aufgabe für die Feuerwehr. Ein Team von der Filmakademie aus Ludwigsburg drehte am 26. und 27. März 1997 in einem Abbruchhaus in Waldenbuch. Ein Dressman musste einen Hund aus einem brennenden Haus retten, so sah es das Drehbuch vor. Von 20.00 Uhr bis 05.00 Uhr musste an zwei Tagen eine Brandwache vor Ort sein.
    Mit 5 neuen Kameraden und 4 Ergänzungskräften konnte unter der Führung von Andreas Bühler am 5 Juli 1997 beim Kreisfeuerwehrtag in Leonberg-Warmbronn das Leistungsabzeichen in Bronze errungen werden.
    Nachdem die Gelder bei den Ersatzbeschaffungen für die Fahrzeuge immer spärlicher flossen, besann man sich auf eine bessere Zusammenarbeit unter den Nachbarwehren. Erstmalig wurde dies bei der Hauptübung am 25. Oktober 1997 praktiziert.. An Anwesen Ruckh, an der L1208 gelegen, rückte die Steinenbronner Wehr mit Ihrem Schlauchwagen zur Unterstützung an. Es mussten für eine ausreichende Wasserversorgung rund 1600m Schlauch verlegt werden. Wir unterstützen regelmäßig die Steinenbronner Kameraden mit einem Fahrzeug bei ihren Hauptübungen.
    Neue Einsatzkleidung nach den Vorgaben des Innenministeriums beschaffte die Wehr im Juli 1998. Für alle Aktiven stehen nun zwei Einsatzhosen und eine Einsatzjacke zur Verfügung. Die Beschaffungskosten beliefen sich auf rund 19.000 €, der Anteil des Landeszuschusses betrug 6800 €.
    Am 20. Februar 1998 legte der stellvertretende Kommandant Helmut Krauch an der Hauptversammlung sein Amt nach 13 Jahren aus beruflichen Gründen nieder. Er zeichnete sich vor allem durch sein großes Fachwissen aus und das brachte er dem Feuerwehrnachwuchs meisterhaft bei. Mit seinem Organisationstalent wurde manches Problem schnell behoben. Seine Kochleidenschaft durften wir uns an vielen Maiwanderungen schmecken lassen.
    Die Wehr betraute Andreas Bühler mit dem Amt des Stellvertreters, der, bevor er nach Waldenbuch umzog, lange Jahre stellvertretender Kommandant in Stuttgart-Birkach war. Den modernen Techniken konnte und wollte man sich auch nicht bei der Wehr verschließen. Da traf es sich gut, dass ein Kamerad der Wehr noch ein Objekt für seine Technikerprüfung brauchte. Nach rund 2-monatiger Arbeit stand uns ein moderner PC zur Verfügung. Sämtliche Tore sind im Gerätehaus überwacht. Die Karteikärtchen haben ausgedient, die Verwaltungsarbeiten werden nun sämtlich am PC erledigt.
    Mit dem „Alten Tanker“ unternahmen 6 Kameraden am 14. Juli 1997 eine ungewöhnliche Fahrt, hatte doch die Feuerwehr Haltingen/Baden zur Oldtimer-Rallye eingeladen. Mit einigen lustigen Prüfungen und einem nie erwartenden 3. Platz in der Gruppe für die noch im Einsatz stehenden Fahrzeuge kehrten sie am Abend nach Waldenbuch zurück.

    9. Auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

    Nach 15 Jahren an der Spitze der Waldenbucher Wehr stellte sich Kommandant Robert Klein an der Generalversammlung im Februar 1999 nicht mehr zu Wahl. Der stellvertretende Bürgermeister Erwin Ruck bedankte sich im Namen der Stadtverwaltung für die jahrelange Pflichterfüllung, Robert Klein hinterlasse eine gut ausgebildete und ausgerüstete Wehr. In seiner Amtszeit wandelte sich die Wehr immer mehr zu einer Einrichtung, die bei allen Schadenslagen Hilfe leisten konnte, denn nahezu 70% aller Einsätze haben mit der ureigensten Aufgabe nichts mehr zu tun. Das Einsatzaufkommen stieg seit 1984 von 25 Alarmierungen bis 1999 auf mehr als das doppelte an. Auch musste der Übungsdienst den Anforderungen im Einsatzfall gerecht werden. Die Wehr wurde in zwei Züge eingeteilt, die zu den Gesamtübungen der Wehr zusätzlich an einem Freitagabend im Monat üben. Dem Atemschutz wird im Brandfall große Bedeutung zugemessen. Deshalb müssen alle Atemschutztauglichen Feuerwehrmänner jedes Jahr eine der drei Atemschutzstrecken im Landkreis besuchen. Als besondere Übung gilt der Besuch des Trümmerfeldes der THW-Schule in Neuhausen a.d.F. Hier können Szenarien jeglicher Art geübt werden, ohne dass man auf die Übungshäuser Rücksicht nehmen muss, auch können die Geräte zur technischen Hilfeleistung in vollem Unfang eingesetzt werden.
    Die Generalversammlung wählte dann Andreas Bühler zum neuen Kommandanten und Oliver Klein zum stellvertretenden Kommandanten. Beschlossen wurde hierbei auch eine Satzungsänderung. Der Ausschuss setzt sich in Zukunft aus den Kommandanten, Kassier und Schriftführer zusammen. Unterstützt werden Sie von fünf auf 5 Jahre gewählte Mitglieder. Der Jugendleiter ist ebenfalls Mitglied im Ausschuss. Beratende Mitglieder sind Gerätewart und der Leiter der Altersabteilung. Mit einer Alarmübung am 21.Mai 1999 wurde die Zusammenarbeit mit den Wehren aus Steinenbronn, Schönaich, Weil im Schönbuch, Sindelfingen und Böblingen am Waldenbucher Schloss erprobt. Da tagsüber nicht immer genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, wurden vom Innenministerium solche Überlegungen einer überörtlichen Zusammenarbeit angeregt. Mit diesen Problemen der Verfügbarkeit von Einsätzkräften sehen sich alle Wehren landauf und landab konfrontiert. Mit Kreisbrandmeister Helmut Feil wurde dann diese Übung geplant und umgesetzt. Eingesetzt wurden 116 Frauen und Männer sowie 15 Fahrzeuge. Mit der alten Maigrus-Spritze von 1927, die bei der Teilortwehr Glashütte lange Jahre im Einsatz war, beteiligten wir uns am 18. Juli 1999 am Festzug zum 100-jährigen Bestehen des Liederkranzes Glashütte. Am Tag danach mussten wir allerdings nach einem Wolkenbruch das Festzelt leerpumpen. Mit vereinten Kräften konnte das Festzelt für die Abendveranstaltung wieder hergerichtet werden. Im ganzen Stadtgebiet liefen nach diesem Wolkenbruch mehr als 10 Keller voll.
    Um im Brandfall genaue Information über das Einsatzobjekt zu erhalten, fordert das Baurechtsamt in Zusammenarbeit mit dem Kreisbrandmeister für besondere Objekte sogenannte Einsatzpläne. In Waldenbuch haben alle Firmen mit einer Brandmeldeanlage solche Pläne im Frühsommer 1999 erstellen lassen. Mit Begehungen in solchen Firmen im Rahmen der Zugdienste verschaffen wir uns Ortskenntnisse. Diese sind im Einsatzfall von großer Bedeutung. Nicht nur diese Großfirmen müssen deshalb öfters als Übungsobjekt herhalten, sondern auch die Kirchengemeindehäuser, Hochhäuser, Altenwohnanlagen, Schule und Aussiedlerhöfe.
    Einsatzmäßig verlief das Jahr für die Wehr bis zum 19. Dezember 1999 recht ruhig. Am diesem Tag stürzte dann ein mit 24t Kakaobutter beladener Sattelzug auf der kurvenreichen Strecke der L 1208 kurz vor dem Ortseingang Waldenbuch um. Die Bergung dauerte fast 4 Stunden. Die Berufsfeuerwehr Stuttgart wurde zur Bergung mit Ihren beiden 40t Kranwagen hinzugerufen. Durch die gute Zusammenarbeit konnte die rund 37.000 € teure Fracht noch nutzbar an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Am 26. Dezember folgte wohl der einsatzreichste Tag für die Feuerwehren in Baden-Württemberg nach dem 2. Weltkrieg. Der Orkan „Lothar“ fegte übers Ländle. Auch wir blieben nicht davon verschont. Von 12.00 Uhr bis weit nach 22.00 Uhr waren wir mit allen Kameraden und Fahrzeugen im Einsatz. Zusätzlich kamen Traktoren und Motorsägen aus dem Privatbesitz der Kameraden zum Einsatz. Zusammen mit dem Bauhof konnte man so die 47 Einsatzstellen abarbeiten. Bis zum 28. Dezember kamen in Folge des Orkans nochmals 8 Einsätze hinzu.
    Weil sich einige Termine überschnitten haben, konnten wir die Prüfung zum Silbernen Leistungsabzeichen nicht im Landkreis ablegen. Die unter dem stellvertretenden Kommandanten Oliver Klein angetretene Gruppe musste hierzu nach Winnenden fahren. Die Hauptarbeit der Übungen oblag aber Gruppenführer Klaus Rein, der 4 Wochen vor der Abnahme krankheitsbedingt die Übungen nicht mehr leiten konnte.
    Als 20. im Landkreis Böblingen wurde am 16. September 2000 die Jugendfeuerwehr Waldenbuch gegründet. 21 Jugendliche, darunter vier Mädchen, im Alter von 12 bis 15 Jahren galt es von nun an zu betreuen. Spielerisch sollen sie an die Arbeit der Feuerwehr herangeführt werden. Auch der Spaß untereinander soll nicht zu kurz kommen. So stehen neben den Übungsdiensten auch Kinobesuche, Schlittschuh laufen, Ausflüge und Fußballturniere auf dem Programm. Bis heute sind noch alle 21 mit Feuereifer bei der Sache. Jugendleiter Simon Schmid und sein Stellvertreter Tobias Stauch werden bei Ihrer zeitaufwendigen Arbeit von 4 weiteren Betreuern unterstützt.
    Für das LF 16 TS Baujahr 1973 sollte nach rund 25 Dienstjahren ein Nachfolgefahrzeug beschafft werden, doch dauerte es bis zum 30. Juli 2000. Dann konnte Bürgermeister Michael Lutz das LF 16/12 an Kommandant Andreas Bühler übergeben. Kostenpunkt für das Fahrzeug rund 240.000 €. Vom Land erhielt die Stadt 104.303 € Zuschuss. Der Aufbau wurde von der Karlsruher Firma Metz erstellt. Daimler-Chrysler lieferte das Fahrgestell. Die Firma Feuchter, Ehningen, baute die Funktechnik ein, die Atemschutzgeräte stammen aus dem Hause Auer. Neben den schon bekannten Ausrüstungen wie Schere und Spreizer, die zur Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen eingesetzt werden, kamen jetzt noch Rettungszylinder, Hebekissen und Spezialsägen dazu. Diverse Messgeräte und ein Überdruckbelüftungsgerät sowie umfangreiche Ausstattung mit Material zur medizinischen Hilfeleistung machten eine dreimonatige Übungszeit notwendig. So konnte das Fahrzeug Ende Oktober 2000 in den Einsatzdienst gestellt werden.
    Der Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens im Ortskern stellte die Wehr am 04.Oktober 2000 vor große Probleme. Das Strohlager am Anwesen Landenberger wurde durch zwei zündelnde Kinder in Brand gesteckt. Nur durch das beherzte Eingreifen von Nachbarn und Landwirten konnten die eingestellten Kühe vor dem Eintreffen der Wehr aus dem am Strohlager angebauten Viehstall gerettet werden. Von dem zuerst eintreffenden Tanklöschfahrzeug wurde sofort mit dem Innenangriff begonnen. Die nachrückenden restlichen Waldenbucher Fahrzeuge bauten eine Riegelstellung zu den angrenzenden Nachbarhäusern im Holderbusch auf. Die Steinenbronner Wehr wurde umgehend zur Unterstützung alarmiert. Deren Löschfahrzeug unterstützte den Innenangriff und von der Aich her baute der Schlauchwagen eine Wasserversorgung auf. Nachdem das Feuer unter Kontrolle war, wurde mit einem Radlader und einem Traktor das Stroh aus dem Gebäude geholt und mit LKWs auf eine Wiese im Bonholz gebracht. Die Löscharbeiten wurden dort von den Wehren aus Weil im Schönbuch und Böblingen fortgeführt. Neben dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Günter Widmayer wurde noch der Einsatzleitwagen aus Böblingen sowie der Atemschutz-Gerätewagen aus Sindelfingen nach Waldenbuch beordert. Die Löscharbeiten zogen sich bis weit nach 20.00 Uhr hin. In der Spitzenzeit waren 71 Feuerwehrmänner mit insgesamt 2 B- und 8 C- Rohren im Einsatz. Das DRK Waldenbuch und Steinenbronn war mit 12 Helfern vor Ort und versorgte die Mutter des Hofbesitzers nach einer Herzschwäche sowie 2 Kameraden der Feuerwehr, die sich während der Löscharbeiten verletzt hatten. Der Sachschaden beläuft auf mehr als 100.000 €.
    Eine besondere Ehre wurde der Fa. Ritter-Sport am 19.Oktober 2000 zuteil. Sie wurde als erste Firma im Landkreis Böblingen im Rahmen einer kleinen Feierstunde zum Partner der Feuerwehr ernannt. Die Auszeichnung geht nur an Firmen, die sich besonders um die Belange des vorbeugenden Barndschutzes innerhalb des Betriebs bemühen und zusätzlich die Arbeit der örtlichen Wehr unterstützt. Den bei der Fa. Ritter-Sport beschäftigten 8 Kameraden stehen besondere Parkplätze zur Verfügung. Im Alarmfall können diese unverzüglich den Arbeitsplatz verlassen, ohne dass Ihnen ein Nachteil entsteht. Dies ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich. Es gibt in der Zwischenzeit schon Firmen im Land, die freiwillige Feuerwehrmänner nicht einstellen oder diese nicht mehr zu Einsätzen gehen lassen.
    Eine Großübung der Feuerwehren im östlichen Teil des Landkreises fand am 28. Oktober auf dem Gelände der Firma Haka-Kunz in der Bahnhofstrasse statt. Insgesamt mussten 8 einzelne Schadensstellen abgearbeitet werden. Neben den 75 DRK-Kräften aus Steinenbronn, Böblingen und Waldenbuch waren 200 Feuerwehrangehörige aus Dettenhausen, Plattenhardt, Schönaich, Weil im Schönbuch, Sindelfingen, Steinenbronn, Böblingen und Waldenbuch im Einsatz. Dazu kam noch ein Fahrzeug der Werksfeuerwehr Daimler-Chrysler, Sindelfingen. Bei dieser Übung wurde die Zusammenarbeit verschiedener Feuerwehren sowie die Kommunikation zwischen den Einsatzstellen und der Einsatzleitung sowie der Leitstelle in Böblingen überprüft.
    Das alte Tanklöschfahrzeug unternahm am 06. November 2000 seine längste Fahrt. Anstatt das Fahrzeug zu verkaufen, entschloss sich der Stadtrat dazu, das Fahrzeug an die Gemeinde Mezenseifen, in der östlichen Slowakei gelegen, zu verschenken. Der Bürgermeister, der Feuerwehrkommandant und der erste Maschinist holten das Fahrzeug selbst ab.
    Einen großen Scheck überreichte die Kreissparkasse Böblingen der Jugendfeuerwehr am 21. Dezember 2000. Mit diesem Geld konnten der erste Uniformensatz für die Mitglieder beschafft werden.
    Am 26. Dezember 2000 konnte das neue Löschfahrzeug seine Schlagkraft bei einem Verkehrsunfall unter Beweis stellen. Ein PKW war bei Glatteis von der Strasse abgekommen und 10m weit und 4m tief vor eine Einkaufsmarkt geflogen. Dabei zogen sich 3 Personen schwere Verletzungen zu. Durch das Glatteis zog sich auch das Eintreffen des Rettungsdienstes hin. Durch das mitgeführte umfangreiche Rettungsmaterial konnten wir bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Verletzten versorgen.
    Nach der Gründung der Jugendfeuerwehr musste die Satzung am 24. Februar 2001 abermals geändert werden. Sie nimmt nun die Jugendfeuerwehr als weitere Abteilung der Feuerwehr Waldenbuch auf. Die gesamte Satzung wird in Zukunft geschlechtsneutral gehalten.
    Die Kreisverbandsversammlung tagte am 23. März 2001 in der Ritter-Sport-Halle in Waldenbuch. Kreisverbandsvorsitzender Willi Dongus konnte rund 300 Gäste begrüßen.
    Eigentlich trafen sich die Kameraden am 27. Juni zum üben für die Abnahme des Leistungsabzeichens. Doch es kam alles anders. Gegen 20.00 Uhr musste die Übung wegen eines starken Gewitters abgebrochen werden. Im Gerätehaus machte man sich Gedanken, wann die Übung nachgeholt werden konnte, als die Leitstelle uns alarmierte. Der Wolkenbruch, der sich über Waldenbuch entlud, setzte in vielen Häusern die Keller unter Wasser. Die Niederschlagsmenge betrug 100l Wasser pro Quadratmeter. Mit allen Fahrzeugen war man zur Hilfe im ganzen Ort im Einsatz. Der Ortsteil Glashütte war am schlimmsten betroffen. Mitgeschwemmtes Holz hatte den Rechen des Glashütter Baches in der Brunnenstrasse verstopft. Der Bach schoss nun mit einem Meter Höhe durch die Brunnenstrasse und das Glashütter Täle. Die Flut riss ein Teil der Strassendecke mit und schwemmte ein Auto davon. Alle verfügbaren Fahrzeuge wurden sofort zum Einsatzort beordert. Etliche Keller, Garagen und Wohnungen mussten von Wasser, Schlamm und Geröll befreit werden. Die Steinenbronner Wehr übernahm einige Einsatzstellen im restlichen Waldenbuch. Bis 02.30 Uhr war die Wehr mit 40 Mann im Einsatz. Mit einem Radbagger unterstützte ein Bauunternehmer die Arbeiten, versorgt wurden die Einsatzkräfte vom DRK Steinenbronn. Am darauffolgenden Tag wurden nochmals 6 Keller leergepumpt.
    Erfolgreich schloss die unter dem stellvertretenden Kommandanten Oliver Klein angetretene Gruppe am Wochenende dann die Abnahme zum Leistungsabzeichen in Gold in Herrenberg-Gültstein ab.
    Mit einer Geräteschau, Fettexplosionen und weiteren Vorführungen konnten wir viele interessierte Zuschauer an unseren Stand auf der Leistungsschau des Gewerbe- und Handelsverein am 6. und 7. Oktober locken. Beim Brand der Computerzentrale der Fa. Lorch in der Bahnhofstrasse entstand am 07. Februar 2002 ein Schachschaden von rund 250.000€. Bis zum Eintreffen der Wehr hatte der Brand auch auf zwei angrenzende Büroräume übergegriffen. Mit 35 Mann war die Wehr im Einsatz. Der Brand war nach rund 30 Minuten unter Kontrolle. Das DRK Waldenbuch und Steinenbronn war mit 20 Helfern vor Ort und musste 3 leicht verletze Feuerwehrmänner versorgen.
    Ein vorgezogenes Geschenk zum Jubiläum überreichte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Schönbuch, Eberhardt Spies, der Waldenbucher Wehr am 03. März 2002. 36 Rettungsmesser für die Atemschutz- geräteträger im einem Wert von 1.200€ stehen nun der Wehr zur Verfügung.

    10. Was bringt die Zukunft?
    Die Feuerwehr Waldenbuch feiert nun vom 12.- 15. Juli das 125-jährige Bestehen. Technisch ist die Wehr gut ausgerüstet und die Mannschaft hat einen guten Ausbildungsstand. Nach dem Fest wird ein Fahrzeugplanungsausschuss seine Arbeit aufnehmen. Der Wandel der Einsätze und die immer knapper werdenden Zuschüsse vom Land machen dies notwendig. Die Versorgung mit Nachwuchskräften aus der Jugendfeuerwehr wird in Waldenbuch wohl noch etwas dauern. Deshalb werden auch hier Unternehmungen zur Werbung für den ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr nicht ausbleiben. Die von der Landesfeuerwehrschule angebotenen Fortbildungslehrgänge für die Führungskräfte werden künftig mehr in Anspruch genommen werden, damit wir für die Waldenbucher Bürgerschaft immer auf dem neuesten Stand der Einsatztaktik, Brandbekämpfung und Gefahrenabwehr sind.

    11. Der Feuerwehrmann von heute:

    Damit er seinen Dienst überhaupt verrichten kann, muss er sich einer vielfältigen Schulung unterziehen. An drei Freitagabenden und sechs Samstagen wird der Grundlehrgang vermittelt. Der Truppführerlehrgang dauert ebenfalls solange. Bei körperlicher Eignung steht einem Besuch des Atemschutzlehrganges nichts mehr im Wege, denn ein Brand kann ohne Atemschutzgerät nicht bekämpft werden. Geeignete Kameraden werden dann Maschinisten für die Lösch- und Sonderfahrzeuge, die der jeweilige Fuhrpark der Wehr bereithält. Bei einem Sprechfunkerlehrgang erlernt der Feuerwehrmann den richtigen Umgang mit den Sprechfunkgeräten. An der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal werden an 10 Wochentagen die Gruppen- und Zugführerlehrgänge absolviert. Die Kameraden, die diese Lehrgänge besuchen, haben sich im Dienst bewährt, sind verantwortungsbewusst und haben Führungsqualitäten. Der Kommandant und der Gerätewart drücken in der Landesfeuerwehrschule dann 5 Tage für ihren Lehrgang die Schulbank.

    Galt es in den Anfängen der Feuerwehr nur Brände zu löschen, so muss sich der Feuerwehrmann heute vielfältigen Einsätzen und Gefahren stellen. Neben dem Löschen von Schadensfeuern aller Art kommen noch das Beseitigen von auslaufenden Gefahrstoffen, Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und teilweise extreme Hochwassereinsätze dazu. Die wohl ungeliebtesten Einsätze sind die zahlreichen Ölspuren und Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Die Liste des Einsatzspektrums ließe sich beliebig erweitern. Konnte man früher auf nachbarliche Hilfe zählen, so wird heute schnell zum Telefon gegriffen und 112 gewählt, denn man ist Gewiss, es wird Hilfe kommen. Schnell die Türe geöffnet, die Katze vom Baum geholt, den vollgelaufenen Keller nach einem Bruch des Wasserschlauches der Waschmaschine leergepumpt, scheuende Pferde, die auf der Landstrasse andere Verkehrsteilnehmer gefährden, einfangen und zu guter Letzt den entflogenen Kanarienvogel einfangen. Das sind Einsätze, die dem Feuerwehrmann von heute jederzeit wiederfahren können.

    12. Was über ein Jahr hinweg in der Wehr geschieht:

    12-mal in Jahr wird am ersten Sonntag im Monat geübt. Zusätzlich treffen sich die beiden Züge noch einmal Freitag Abends. Die Übungen werden so realistisch wie möglich durchgeführt. Sie dauern rund 2 Stunden. Die Maschinisten absolvieren weiter 6 Übungen. Wird ein Leistungsabzeichen angestrebt, so wird hierfür 3 Monate lang 1 – 2 mal die Woche zusätzlich geübt. Im einem ruhigen Jahr werden noch rund 50 Einsätze gemeistert. Wenn irgendwelche Naturereignisse uns wie immer unerwartet treffen, können die Einsatzzahlen auch auf 70 oder mehr ansteigen. Die Hauptübung im Herbst schließt sich noch an. Die Ausschussmitglieder treffen sich 5-mal im Jahr zu wichtigen Beschlussfassungen. Die Kinder der 7 Kindergärten und die Schüler der vier 4.Grundschulklassen besuchen uns jedes Jahr zum Ende des Lehrthemas Feuerwehr. Es werden den Kindern die Fahrzeuge und Geräte gezeigt, das richtige Verhalten bei einem Brand und wie ein Notruf richtig abgesetzt wird. Darüber hinaus beteiligt sich die Wehr beim jährlich stattfindenden Sommerferienprogramm und beim Behindertentag. Steht beim ersteren Spaß und Spiel im Vordergrund, so wird beim Behindertentag versucht, Ängste abzubauen und Vertrauen zu gewinnen. Beide Veranstaltungen sind aus dem Terminplan der Feuerwehr nicht mehr weg zu denken. An der das Feuerwehrjahr abschließenden Hauptversammlung lassen wir das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Es werden die Beförderungen und Ehrungen an die Kameraden ausgesprochen und die Stadträte über das Geleistete informiert. Mit allen Familienangehörigen treffen wir uns am Muttertag zur Maiwanderung und alle zwei Jahre sind wir auf großer Fahrt. Der Familienausflug geht meist über zwei Tage und hat uns schon in viele schöne Ecken von Deutschland geführt. Mit unserem Adventskaffee wird die vorweihnachtliche Zeit eingeläutet und für unsere Kleinen hat der Nikolaus auch ein kleines Geschenk dabei.

























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