Sonderausbildung IFRT in Kühlsheim
von Michael FrickeSonntag, 19. Juli 2026
Realbrandausbildung in Kühlsheim – Ein intensiver Ausbildungstag für die Feuerwehr Waldenbuch
Am Sonntag stand für elf Einsatzkräfte der Feuerwehr Waldenbuch ein ganz besonderer Ausbildungstag auf dem Programm. Bereits um 5.30 Uhr traf sich die Gruppe am Feuerwehrhaus, bevor es gemeinsam zur Ausbildungsanlage des International Fire & Rescue Training (IFRT) nach Kühlsheim ging. Erst gegen 20 Uhr kehrten die Teilnehmer nach Waldenbuch zurück – beendet war der Tag damit jedoch noch lange nicht.
Ausbildung unter realistischen Bedingungen
Die Besonderheit dieser Ausbildung: Anders als bei den meisten Übungen fand sie nicht mit künstlichem Rauch, sondern unter echten Brandbedingungen statt. In einer modernen Realbrandanlage wurden Holzfeuer entzündet und komplette Gebäudebereiche gezielt verraucht. Teilweise erstreckten sich die Brandabschnitte über mehrere Ebenen und mehr als 30 Meter. Dichter Brandrauch, hohe Temperaturen und nahezu keine Sicht sorgten für Bedingungen, die einem realen Brandeinsatz sehr nahekommen.
Während in klassischen Übungen am Standort vor allem die Einsatztaktik und die Zusammenarbeit trainiert werden oder in Heißausbildungsanlagen häufig der Schwerpunkt auf dem Verhalten einzelner Atemschutztrupps liegt, konnten in Kühlsheim beide Aspekte miteinander kombiniert werden.
Vom Küchenbrand bis zum Kellerbrand
Die Übungen steigerten sich im Laufe des Tages kontinuierlich. Begonnen wurde mit einem vergleichsweise einfachen Küchenbrand ohne vermisste Personen. Anschließend wurden die Szenarien zunehmend komplexer: Brände in Obergeschossen, vermisste Personen, Menschenrettung und schließlich anspruchsvolle Kellerbrände mit mehreren Einsatzaufgaben verlangten den Teilnehmern alles ab.
Dabei waren sämtliche Funktionen einer Löschgruppe gefordert. Während die Gruppenführer taktische Entscheidungen treffen und den Einsatz koordinieren mussten, sorgten die Maschinisten für eine sichere Löschwasserversorgung. Weitere Einsatzkräfte bereiteten die maschinelle Belüftung vor oder retteten Personen über tragbare Leitern. Die Atemschutztrupps arbeiteten sich unterdessen durch dichten Rauch und hohe Temperaturen bis zur Brandstelle vor und führten gleichzeitig die Menschenrettung sowie die Brandbekämpfung durch.
Nach jeder Übung wurden die Aufgaben bewusst neu verteilt, sodass jeder Teilnehmer die Möglichkeit hatte, unterschiedliche Funktionen einzunehmen und seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Ausbildung für den Ernstfall
Gerade die Kombination aus realen Brandbedingungen und vollständigem einsatztaktischem Vorgehen macht solche Ausbildungsanlagen besonders wertvoll. Entscheidungen müssen unter Zeitdruck getroffen werden, Kommunikation und Zusammenarbeit müssen funktionieren und gleichzeitig müssen sich die eingesetzten Trupps unter extremen Bedingungen orientieren und sicher arbeiten.
Die dabei gewonnenen Erfahrungen lassen sich im normalen Übungsdienst nur eingeschränkt nachstellen und tragen wesentlich dazu bei, die Einsatzkräfte optimal auf reale Brandeinsätze vorzubereiten.
Der Dienst endet nicht mit der Rückkehr
Nach der Rückfahrt war der Ausbildungstag noch nicht beendet. Sämtliche persönliche Schutzausrüstung musste zunächst grob gereinigt werden. Anschließend wurden Feuerwehrhaus und Fahrzeug wieder einsatzbereit gemacht.
Helme, Handschuhe, Stiefel und Schutzkleidung mussten gewaschen werden. Ebenso wurden Schläuche, Strahlrohre, Lüfter, Funkgeräte und die komplette Atemschutzausrüstung sorgfältig gereinigt und desinfiziert. Erst nachdem sämtliche Fahrzeuge und Geräte wieder vollständig einsatzbereit waren, konnten die Einsatzkräfte ihren Heimweg antreten – gegen 21.30 Uhr endete damit ein rund 16-stündiger Ausbildungstag.
Der hohe zeitliche Aufwand zeigt, wie viel Engagement hinter einer realitätsnahen Feuerwehrausbildung steckt. Die gewonnenen Erfahrungen und das intensive Training leisten jedoch einen wichtigen Beitrag dafür, dass die Feuerwehr Waldenbuch auch künftig bestmöglich auf anspruchsvolle Einsätze vorbereitet ist.
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